Eine Spritze mit einer Beschriftung im Hintergrund "Sputnik V" © picture alliance / ZUMAPRESS Foto: Thiago Prudencio

MV will für zehn Millionen Euro Sputnik V kaufen

Stand: 22.04.2021 07:43 Uhr

Für zehn Millionen Euro will das Land russischen Corona-Impfstoff kaufen. Das Geld soll aus dem MV-Schutzfonds kommen - über die Freigabe entscheidet der Finanzausschuss des Landtags.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV Aktuell

Es könnte ein teurer Alleingang werden: Mecklenburg-Vorpommerns rot-schwarze Landesregierung will nach Informationen des NDR für den Ankauf von Sputnik V rund zehn Millionen Euro ausgeben - der russische Impfstoff ist aber noch immer nicht zugelassen. Jetzt ist der Finanzausschuss des Landtags am Zug. Er muss die von der Regierung beantragten Mittel freigeben. Das Geld stammt aus dem schuldenfinanzierten sogenannten MV-Schutzfonds, der vor allem Wirtschaftshilfen bereitstellt oder Extra-Förderungen für die Kommunen, um die Folgen der Pandemie abzufedern. Jetzt soll möglicherweise auch der russische Impfstoff bezahlt werden.

Weitere Informationen
Tische stehen mit Sicherheitsabstand zueinander in einem Klassenraum im Gymnasium Eppendorf. Daran sitzen Schüler vor ihrer schriftlichen Abiturprüfung. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt

Coronavirus-Blog: Hamburg öffnet Schulen nach Mai-Ferien

Vom 17. Mai an sollen alle Schüler wieder in den Wechselunterricht in die Schule. Auch die Ausgangssperre soll fallen. Mehr Corona-News im Blog. mehr

Land will eine Million Dosen kaufen

Ursprünglich war eine Summe von 17,8 Millionen Euro vorgesehen, nach kritischen Anmerkungen aus dem Finanzministerium des Landes wurde die Summe auf zehn Millionen Euro reduziert. Das Geld wird wahrscheinlich nur fällig, wenn der Bund auf eine zentrale Bestellung von Sputnik V verzichtet. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) setzen seit einiger Zeit auf das russische Anti-Corona-Mittel - obwohl eine Zulassung der europäischen Arzneimittel-Behörde EMA noch nicht vorliegt. Mecklenburg-Vorpommern will sich eine Million Dosen sichern - das würde für 500.000 Menschen ausreichen. Schwesig hatte vor zwei Wochen in einem Brief an den russischen Handelsminister Denis Manutorow eine Kaufabsicht erklärt. Die Regierungschefin brachte dabei auch eine Produktion in Mecklenburg-Vorpommern ins Spiel.

Land will nur bei europäischer Zulassung kaufen

Auffällig ist, dass das Finanzministerium Zweifel hat, dass angesichts steigender Liefermengen der anderen Hersteller wie BionTech überhaupt noch Sputnik V nötig ist. "Impfdosen für 30 Prozent der Bevölkerung scheint reichlich viel zu sein. Würde die Hälfte der Dosen für eine erste Beschaffung nicht ausreichen?", fragt das Ministerium kritisch nach. Das Gesundheitsministerium verwies in der Antwort auf die Pandemie-Lage und die Verhandlung mit Russland, dabei sei einiges noch "zu klären". Das russische Mittel soll - so hofft die Landesregierung - in sechs Wochen vorliegen. Das Land will nur kaufen, wenn die EMA-Zulassung vorliegt. Der EMA aber würden "im Moment noch nicht alle Daten vorliegen". Erst danach könne es eine umfassende Prüfung geben.

Corona in MV
7-Tage-Inzidenzkarte für Mecklenburg-Vorpommern vom 7. Mai 2021

Corona in MV: 260 Neuinfektionen, neun weitere Todesfälle

Der Landesinzidenzwert liegt bei 91,0. Die meisten Neuinfektionen gibt es im Kreis Mecklenburgische Seenplatte. mehr

Am Mikrofon beim CDU-Parteitag: Michael Sack, neuer Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern.

Stralsund: Keine Ermittlungen gegen Landrat Michael Sack

Der Landrat von Vorpommern-Greifswald war wegen angeblich manipulierten Corona-Zahlen angezeigt worden. mehr

Am ehemaligen Radisson-Hotel in Neubrandenburg erfolgen Abrissarbeiten. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck

Neubrandenburg: Statt Einkaufszentrum Seniorenwohnen geplant

Weil sich durch Corona die Nachfrage für Ladenflächen geändert hat, soll der Grund des ehemaligen Vier-Tore-Hotels nun anders genutzt werden. mehr

Ein Junge wird von einer Kinderärztin untersucht. © picture alliance/BSIP

Kinderärzte in MV fordern Öffnung von Schulen und Kitas

Wegen der pandemiebedingten Schul- und Kitaschließung leiden immer mehr ihrer jungen Patienten unter massiven gesundheitlichen Problemen. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.04.2021 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

In einem großen Schweinezuchtbetrieb in Alt Tellin (Kreis Vorpommern-Greifswald) ist ein Feuer ausgebrochen. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Das große Fragezeichen Alt Tellin

Nach dem Großbrand in einer Schweinezuchtanlage in Alt Tellin setzt sich MV für eine Bundes-Obergrenze bei Nutztierbeständen ein. mehr