Stand: 12.08.2019 16:27 Uhr

MV unterzeichnet Bundes-Kita-Gesetz

Bild vergrößern
Mit dem Geld aus dem Programm sollen in MV die Elternbeiträge für Kitas entfallen.

Als siebtes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern den Vertrag für das Bundes-Kita-Gesetz unterzeichnet. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Sozialministerin Stefanie Drese (alle SPD) unterschrieben das Papier am Montag in Schwerin. Aus dem insgesamt 5,5 Milliarden Euro umfassenden Programm fließen 106 Millionen Euro nach Mecklenburg-Vorpommern.

Beitragsfreiheit ab 2020

Es ist das einzige Bundesland, das die Bundesmittel komplett in die versprochene Elternbeitragsfreiheit für Kinder in Kitas, in der Tagespflege und im Hort investieren wird - ab dem 1. Januar 2020. Damit werde ein großes Versprechen an die Eltern eingelöst, so Schwesig. In einem Land mit vielen kleinen und mittleren Einkommen sei dies ein wichtiger Schritt. Giffey sagte, sie sei zufrieden mit der Schwerpunktsetzung im Nordosten.

Kleinere Kindergruppen befürwortet

Doch im Land und auch außerhalb stößt die Entscheidung auch auf Widerspruch. Kritiker fordern, das Geld lieber in kleinere Kindergruppen zu investieren und damit die Betreuungsqualität zu verbessern. In Mecklenburg-Vorpommerns Kindergärten kommen auf eine Erzieherin 15 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, die Kindergruppen gehören damit zu den größten bundesweit.

Weitere Informationen

Kabinett beschließt beitragsfreie Kita

26.03.2019 16:10 Uhr

Das Kabinett hat die beitragsfreie Kita ab 2020 beschlossen. Der Gesetzentwurf soll im April in den Landtag eingebracht werden. Eltern von 110.000 Kindern sollen von dem Gesetz profitieren. mehr

Ver.di: Betreuungsschlüssel senken, Weiterbildung verbessern

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert eine deutliche Senkung des Betreuungsschlüssels und dass die Auszubildenden nicht darauf angerechnet werden. Auch in den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Erzieher sowie in Fort- und Weiterbildung müsse mehr investiert werden, hieß es. Sozialministerin Drese verwies darauf, dass fast 90 Prozent der Betreuer in den Kitas ausgebildete Fachkräfte seien.

Kritik von Linke und AfD

Auch aus der Opposition im Landtag meldeten sich kritische Stimmen. "Kein einziger Cent fließt in die Verbesserung der Qualität. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Erzieherinnen und Erzieher", monierte die familienpolitische Sprecherin der Linken, Jacqueline Bernhardt. Thomas de Jesus Fernandes, der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, sagte, die kostenfreie Kita nütze niemandem, wenn der Betreuungsschlüssel weiterhin bundesweit das Schlusslicht markiere und die Arbeitsbelastung der Erzieher unmenschlich hoch bleibe. Aus Sicht von Christel Weißig von der Fraktion Freie Wähler/BMV betreibt die Landesregierung Klientelpolitik und verteile bereits erste Geschenke vor der Landtagswahl 2021.

Weitere Informationen

Landesregierung zieht positive Halbzeitbilanz

12.03.2019 16:00 Uhr

Die rot-schwarze Landesregierung hat ihre Halbzeit-Bilanz gezogen. Kostenfreie Kita, gesicherte Kommunalfinanzen und mehr Polizeistellen stünden auf der Haben-Seite. Die Opposition warnte vor zu viel Eigenlob. mehr

Weg frei für beitragsfreie Kita ab 2020

08.01.2019 12:00 Uhr

Die Landesregierung in MV hat die Weichen für die beitragsfreie Kita ab 2020 gestellt. Die Kabinettsbefassung war der Auftakt für eine aufwendige Debatte um Finanzen und Qualitätsstandards. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.08.2020 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern