Stand: 22.04.2020 17:04 Uhr  - NDR 1 Radio MV

MV schreibt ab Montag Masken in Geschäften vor

In Mecklenburg-Vorpommern muss von Montag (27. April) an auch beim Einkaufen ein einfacher Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Eine entsprechende Regelung hat das Kabinett am vergangenen Mittwoch beschlossen. Mecklenburg-Vorpommern folgt damit dem Beispiel mehrerer Bundesländer wie Hamburg, Sachsen und Bayern.

VIDEO: Maskenpflicht auch beim Einkaufen (3 Min)

Bußgelder drohen

Eine Maskenpflicht in Bus, Straßenbahn und in Taxis war bereits beschlossen worden. Wer sich von Montag an weigert, im öffentlichen Personennahverkehr eine Maske zu tragen, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 25 Euro rechnen. Dieses Bußgeld droht auch, wenn man ohne Maske in ein Geschäft begibt und sich bei einer entsprechenden Aufforderung zum Verlassen des Geschäfts widersetzt, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Nachmittag erläuterte. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter sechs Jahren sowie Menschen mit Behinderung.

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Ein Mann hält sich eine Maske vor das Gesicht. © Brilliant Eye / photocase.de Foto: Brilliant Eye / photocase.de

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MV reagiert auf Praxis in anderen Ländern

Noch am Dienstag hatte Schwesig erklärt, eine Maskenpflicht in Geschäften sei wegen der geringen Infektionszahlen im Nordosten vorerst nicht geplant. Das sei auch juristisch nicht zu begründen. Wenn sich die Maskenpflicht in anderen Bundesländern durchsetze, werde Mecklenburg-Vorpommern aber nachziehen, hatte sie gesagt. Sie habe sich früh für eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht stark gemacht, allerdings habe dieser Vorschlag bei den jüngsten Bund-Länder-Beratungen noch keine Mehrheit gefunden. Wichtig sei, dass nun Klarheit herrsche.

Neuinfektionen müssen gering bleiben, damit weiter gelockert wird

Schwesig betonte, dass ein einfacher Mund-Nasen-Schutz viel bewirken könne, weil der Träger dadurch andere vor einer möglichen Infektion schütze. "Der Schutz macht aber nur Sinn, wenn alle mitmachen." Schwesig hält die Maskenpflicht auch nicht für überzogen. Die geringen Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern seien das Ergebnis der nahezu kompletten Schließung vor einigen Wochen. Damit diese Zahlen nach den Lockerungen nicht wieder hoch schnellen, sei die Maskenpflicht wichtig. Denn nur bei niedrigen Neuinfektionen könne man bei den kommenden Gesprächen über weitere Lockerungen diese auch in die Tat umsetzen.

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Schwesig für weitere Lockerungen offen

Dem Vorschlag, bei bestehender Maskenpflicht möglicherweise bald auch wieder Freiluftcafés und -restaurants zu öffnen, stand Schwesig nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber. Sie verwies auf die für morgen geplanten Spitzengespräch mit Tourismusvertretern. "Ich bin für alle Vorschläge offen. Es gibt keine Denkverbote." Sie könne sich durchaus vorstellen, dass wenn sich die Mundschutzpflicht bewähre, auch weitere Öffnungen in anderen Bereichen möglich seien.

Kritik vom Koalitionspartner: Überhastetes Handeln

Auf Kritik stieß die Maskenpflicht bei Schwesigs Koalitionspartner CDU. CDU-Fraktionschef Torsten Renz wirft der Regierungschefin ein überhastetes Handeln vor. Die Kurzfristigkeit, mit der die Maßnahme verkündet worden sei, trage nicht dazu bei, das Vertrauen der Bevölkerung in das Handeln der Landesregierung zu stärken, so Renz. Der CDU-Fraktionschef bezweifelt angesichts der niedrigen Corona-Fallzahlen Sinn und Zweck der Maskenpflicht in Geschäften.

Die CDU-Abgeordneten Sebastian Ehlers und Franz-Robert Liskow halten die Pflicht für überzogen und wegen des geringen Infektionsgeschehens für nicht begründbar. Die Bevölkerung müsse aber weiter mitgenommen werden. Unterm Strich vermisst die CDU wie auch die Linke eine stärkere Beteiligung des Parlaments.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.04.2020 | 13:00 Uhr

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