Eine Mund-Nasen-Maske hängt an einem Tisch im Klassenzimmer. © picture alliance/Eibner-Pressefoto/Weber/Eibner-Pressefoto Foto: Weber/Eibner-Pressefoto

MV lässt Hygiene-Kontrollen an Schulen schleifen

Stand: 30.07.2021 15:51 Uhr

Trotz der Pandemie vernachlässigt Mecklenburg-Vorpommern die Hygiene-Kontrollen an den 615 Schulen im Land. Die Gesundheitsämter der Landkreise und der kreisfreien Städte Schwerin und Rostock haben seit Oktober 2019 lediglich 17 Schulen kontrolliert. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV Aktuell

Wie sauber ist es in den Schulen? Wie ist es um den Gesundheitsschutz der Schülerinnen und Schüler bestellt? Die Gesundheitsämter interessierte das in den vergangenen 21 Monaten nur ganz selten - im Landkreis Nordwestmecklenburg gab es seit Oktober 2019 keine einzige Kontrolle, nebenan in Ludwigslust-Parchim war es eine. Die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte machten überhaupt keinen Angaben.

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Kontrolleure stellen in Schulen meist Mängel fest

Dabei gäbe es wahrscheinlich einiges zu entdecken: Denn, wenn Schulen in Sachen Hygiene und Sicherheit unter die Lupe genommen wurden, stellten die Kontrolleure meist auch Mängel fest. Undichte Fenster, kaputte Fußböden oder zerschlissene Toiletten und Waschbecken standen auf den Mängellisten. Dazu kamen Probleme mit der Lüftung und den allgemeinen Hygienevorschriften. Die Landeshauptstadt Schwerin meldete dagegen kaum Probleme, bei den 2019 erfolgten drei Begehungen sei nur ganz wenig zu beanstanden gewesen.

Linksfraktion bemängelt "jahrzehntelangen Sparkurs"

Linksfraktionschefin Simone Oldenburg meinte mit Blick auf die Zahlen, das Land habe die Schulen teilweise regelrecht verwahrlosen lassen, der jahrzehntelange Sparkurs räche sich jetzt. "Gerade in Pandemie-Zeiten, in denen die Landesregierung nicht müde wird, die Hygieneregeln herunterzubeten, sind die Mängel an den Schulen verantwortungslos." Das CDU-geführte Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass die Gesundheitsämter mit der Pandemie-Bekämpfung beschäftigt seien. Außerdem gebe es in den Ämtern zu wenig Personal. Wenn sich die Corona-Lage entspanne, heißt aus dem Ministerium, könnte es im nächsten Jahr möglicherweise mehr Hygiene-Kontrollen geben.

80 Millionen Euro für Gesundheitsämter vom Bund

In den kommenden Monaten sollen die Gesundheitsämter personell verstärkt werden - Grundlage ist der "Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst", der im vergangenen zwischen Bund und Ländern verabredet wurde. Aus dem erwartet Mecklenburg-Vorpommern 80 Millionen Euro. Die Frage ist, wie viel Geld davon in die Kommunen fließt und wie hoch der Anteil ist, den das Land beispielsweise für das Landesamt für Gesundheit und Soziales "abzweigt". Erste Einstellungen in den Gesundheitsämter hat es aber bereits gegeben, beispielsweise im Landkreis Ludwigslust-Parchim. In der Vergangenheit galten die Mediziner-Stellen in der öffentlichen Verwaltung auch wegen der vergleichsweise niedrigen Bezahlung als unattraktiv. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.07.2021 | 17:00 Uhr

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