Stand: 17.05.2018 19:48 Uhr

MV gibt mehr Geld für Prozessbegleitung aus

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MV wird künftig mehr Geld für Opferbetreuung bei Gerichtsverfahren ausgeben. (Symbolbild)

Mecklenburg-Vorpommern stärkt die psychosoziale Prozessbegleitung von Minderjährigen. Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag mitteilte, sollen im kommenden Jahr 210.000 Euro für die Finanzierung sogenannter psychosozialer Prozessbegleiter ausgegeben werden. Bisher stattet die Landesregierung den Bereich mit 60.000 Euro im Jahr aus. Zusätzlich gibt es Fallpauschalen für die Betreuer. Prozessbegleiter helfen Opfern von Gewalt und Missbrauch während eines Prozesses. "Damit ist die Unterstützung von Kindern wieder gesichert", bekräftigte Schwesig die Maßnahme.

Modellprojekt aus MV wird bundesweit umgesetzt

Im Zuge eines Modellprojekts waren in Mecklenburg-Vorpommern von 2010 an Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalt oder sexueller Gewalt geworden waren, von geschulten Begleitern während der Gerichtsverhandlung unterstützt worden. Aufgrund des Erfolgs wurde Anfang 2017 ein bundesweiter Rechtsanspruch auch für schutzbedürftige Erwachsene eingeführt.

Acht anerkannte Prozessbegleiter in MV

Zugleich wurde jedoch die Bezahlung von der Vollfinanzierung der Stellen auf eine Pauschale je betreutem Fall umgestellt, was die Prozessbegleitung in einigen Regionen ins Schlingern brachte. Die Stadt Schwerin entschied sich Mitte 2017 zu einem eigenen Zuschuss, um die psychosoziale Begleitung der Gewaltopfer sicherzustellen.

Nach Angaben des Justizministeriums haben die Prozessbegleiter im vergangenen Jahr landesweit 170 Gewaltopfer während der Zeit der Gerichtsverhandlung begleitet. Derzeit gebe es im Nordosten acht vom Justizministerium anerkannte Prozessbegleiter. Zuvor seien es nur vier gewesen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.05.2018 | 17:30 Uhr

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