Stand: 16.10.2019 18:45 Uhr

MV gedenkt friedlicher Revolution 1989 in Waren

Bild vergrößern
Mehrere hundert Menschen kamen zu dem Ökumenischen Gottesdienst in die St. Georgenkirche in Waren.

Mit einer Festveranstaltung hat Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch in Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) an die friedliche Revolution vor 30 Jahren erinnert. In der Stadt an der Müritz hatte es die ersten öffentlichen Demonstrationen im Nordosten für Demokratie und Freiheitsrechte gegeben. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte, sie habe allergrößten Respekt vor allen, die im Herbst 1989 und in den Jahren zuvor für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Reisefreiheit, Demonstrationsfreiheit und freie Wahlen eintraten. "Wir haben allen Grund, den Bürgerinnen und Bürgern zu danken, die damals auf die Straße gegangen sind und mutig Veränderungen eingefordert haben", so Schwesig.

Christoph Dibor, war Teil der friedlichen Revolution, im Interview.

Gedenken an die friedliche Revolution 1989

Nordmagazin -

Mit einer Festveranstaltung wurde in Waren an die friedliche Revolution vor 30 Jahren erinnert. In der Stadt an der Müritz gab es 1989 die ersten Demonstrationen für Demokratie und Freiheit.

3,8 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

DDR-Bürgerrechtler Markus Meckel hielt Festrede

Den Festvortrag hielt der Theologe und Politiker Markus Meckel (SPD). Er war von 1982 bis 1988 evangelischer Gemeindepastor in Vipperow (Müritz) und später einige Monate lang DDR-Außenminister. Die friedliche Revolution sei eine mitteleuropäische Revolution gewesen, sagte Meckel. Man könne an sie nicht angemessen erinnern, ohne den Zusammenhang mit Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei und der Sowjetunion anzusprechen. Deshalb gehörten diese europäischen Nachbarn eigentlich zu jeder Feier des Mauerfalls als Gäste dazu.

Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) sagte, sie habe manchmal den Eindruck, dass die Herausforderungen, Schwierigkeiten und auch Enttäuschungen der Nachwendezeit dazu geführt hätten, dass das Erinnern an die friedliche Revolution "nicht den Stellenwert hatte, den es haben sollte". Deshalb müsse auch der persönliche Austausch über das, was war, fortgeführt werden.

Wende-Denkmal präsentiert

Vor dem Festakt gab es einen ökumenischen Gottesdienst in der St. Georgenkirche. Die Landesbischöfin der evangelisch-lutherischen Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, sagte in ihrer Predigt, die Menschen hätten sich und anderen Freiheit und Menschenwürde unter hohem persönlichen Einsatz erkämpft. Nach dem Gottesdienst zogen mehrere Hundert Menschen mit Kerzen weiter zum Markt. Dort wurde nach dem Festakt der Siegerentwurf für das zentrale Gedenkzeichen von MV an die friedliche Revolution vorgestellt. Die begehbare Installation aus Stelen und Tafeln zweier Stuttgarter Künstler soll später vor der Warener Georgenkirche aufgestellt werden. Zudem wurden auf dem Markt Videosequenzen und Fotos von den Ereignissen im Herbst 1989 in MV gezeigt sowie Zeitzeugen interviewt.

Länderübergreifende Feier am 9. November

Das vom Landtag beschlossene Konzept zum Gedenken an die friedliche Revolution sieht zudem dezentrale Erinnerungsstätten in vielen anderen Städten und Gemeinden sowie eine Internetplattform zum Thema vor. Am 9. November, dem Tag des Mauerfalls, soll es eine gemeinsame Feier von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein an der früheren innerdeutschen Grenze geben.

Weitere Informationen

30 Jahre grenzenlos - Das Dossier zum Mauerfall

Massenfluchten und Montagsdemos bringen im Herbst 1989 das DDR-Regime ins Wanken. Am 9. November fällt überraschend die Mauer in Berlin. Das Dossier zu einer bewegten Zeit. mehr

Friedliche Revolution 1989 im Nordosten begann in Waren

In Waren gab es im Herbst 1989 die ersten Demonstrationen in MV für Demokratie und Freiheit. Wenige Tage später ziehen in vielen größeren Städten im Nordosten Zehntausende über die Straßen. mehr

Mauerfall: Neu geboren 1989

Am 9. November 1989 fällt überraschend die Mauer. In sechs Multimedia-Dokus tauschen sich Zeitzeugen, die damals 30 Jahre alt waren, mit jungen Menschen aus, die heute 30 Jahre alt sind. mehr

Das ist das neue Wende-Denkmal für Waren

27.09.2019 08:00 Uhr

Das Wende-Denkmal für die Friedliche Revolution 1989 in Waren besteht aus Stelen und Tafeln, auf denen Parolen aus dem Wendeherbst zu lesen sind. Es soll vor der St. Georgen Kirche stehen. mehr

Wende-Gedenken in Waren: Landtag diskutiert Pläne

13.03.2019 17:50 Uhr

Die Pläne für das Gedenken an die Wende von 1989 in MV sind im Landtag diskutiert worden. Waren soll zentraler Gedenkort werden. Dort gab es die ersten Proteste im Norden gegen das DDR-Regime. mehr

Die Geschichte der DDR

Wie kam es zur Gründung der DDR? Wie sah der Alltag im Arbeiter- und Bauernstaat aus? Und was führte schließlich zum Mauerfall und zur Wiedervereinigung? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 16.10.2019 | 19:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

03:08
Nordmagazin