Stand: 01.08.2018 21:15 Uhr

MV erlebt heißesten Tag des Jahres

Vor allem Westmecklenburg ächzte am Dienstag unter der Hitze. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommern hat am Dienstag den bisher heißesten Tag des Jahres erlebt. Das bestätigte Meteorologe Uwe Ulbrich aus dem NDR Wetterstudio auf Hiddensee. Spitzenreiter war demnach die Insel Poel mit 37,1 Grad.

Kein neuer Juli-Rekord

Der Temperaturrekord in Mecklenburg-Vorpommern von 38,7 Grad vom 9. August 1992 in Teterow (Landkreis Rostock) wurde damit nicht geknackt. Auch der Monatsrekord im Juli wurde nicht überboten. Der bisher höchste Juli-Wert im Nordosten wurde nach Daten des Deutschen Wetterdienstes mit 37 Grad am 4. Juli 2015 in Boizenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gemessen.

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Trotz Schauer - Hitze geht weiter

Am Nachmittag zogen von Westen her Gewitter auf, die häufiger mit Schauern einhergingen, aber nicht für spürbare Abkühlung sorgten. So regnete es unter anderem in Schwerin. Größtenteils blieb es im Land aber trocken. Für Mittwoch erwarten die Meteorologen trotz leichter Abkühlung erneut Temperaturen um die 30 Grad, an den Küsten auch knapp darunter. Im Tagesverlauf sind örtlich teilweise kräftige Schauer und Gewitter möglich. In der Nacht fallen die Temperaturen kaum unter 20 Grad. Damit ist auch für Anfang August noch kein Ende der wochenlangen Hitzewelle in Sicht.

Hitze kann Alten und Kranken gefährlich werden

Mediziner warnen, dass die hohen Temperaturen insbesondere für Kinder, ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen mit Kreislaufproblemen nicht nur zur Qual, sondern durchaus auch gefährlich werden können. Wichtig seien ausreichend zu trinken, Sonnenschutz, und die Vermeidung von körperlicher Belastung. Abhilfe schaffen unter anderem Ruhe im Schatten, eine kühle Dusche oder eine Abkühlung der Unterarme oder Füße unter kaltem Wasser.

Hotline mit medizinischen Tipps

Anlässlich der anhaltenden Hitzewelle hat die Krankenkasse Barmer eine medizinische Hotline geschaltet. Unter der Telefonnummer 0800 8484 111 informieren Ärzte über konkrete gesundheitliche Risiken durch die Hitze, was man im Notfall tun sollte und wie man am besten vorbeugt. Die kostenlose Hotline ist bis zum 2. August jeweils von 9 Uhr bis 21 Uhr geschaltet.

Landwirtschaft: Dramatische Futtersituation

Weil weiterhin keine kräftigen Niederschläge in Sicht sind, dürften sich die Sorgen der schon von Ernteverlusten gebeutelten Landwirte weiter verstärken. Besonders dramatisch sei die Futtersituation. Bauernverband und Landwirtschaftsministerium sprechen von einer katastrophalen Lage mit zum Teil existenzbedrohenden Auswirkungen. Agrarminister Till Backhaus (SPD) fordert im Zuge der Dürre Unterstützung vom Bund.

Weiter sehr hohe Waldbrandgefahr

Auch in den Wäldern bleibt die Lage angespannt. Einige Waldflächen waren bereits vor einigen Tagen gesperrt worden. Trotz der jüngsten Niederschläge bleibt die Waldbrandgefahr insbesondere in den westlichen und südlichen Landesteilen sehr hoch. Lediglich in den Bereichen Neubrandenburg und Torgelow ist sie von der Höchstwarnstufe 5 auf 3 zurückgestuft worden. Polizei und Feuerwehren appellieren, keine Feuer in und an Wäldern zu entzünden, dort nicht zu rauchen, aus dem Auto keine Zigarettenkippen zu werfen und Autos nicht auf trockenen Wiesen zu parken.

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"So ein Wetter ist Campingwetter"

Die Campingplatz-Betreiber im Nordosten freuen sich hingegen über den trockenen Sommer mit viel Sonnenschein. Die rund 200 Campingplätze im Land verzeichnen beste Geschäfte. "Es geht den Campingplätzen außerordentlich gut. So ein Wetter ist Campingwetter", sagte der Vorstand des Landesverbands der Campingwirtschaft, Gerd Scharmberg. Dies sei insbesondere nach dem schlechten Wetter im vergangen Sommer wichtig. "Ein Campingjahr mit schlechtem Wetter nehmen die Gäste hin", so Scharmberg. Ein weiterer verregneter Sommer würde die künftige Urlaubsentscheidung bei manchen Gästen aber nachhaltig beeinflussen.

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Dieses Thema im Programm:

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