Stand: 13.08.2020 16:21 Uhr  - NDR 1 Radio MV

MV Werften: Sanierung durch Jobabbau?

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Die Werfthalle der MV Werften in Wismar © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Bockwoldt
Die MV Werften haben ein Restrukturierungsprogramm angekündigt - drohen Entlassungen? (Archivbild)

Die MV Werften mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund haben Spekulationen über drohende Entlassungen befeuert. Anlass ist eine Pressemitteilung, in der von einem "umfangreichen Restrukturierungsprogramm" die Rede ist. Die Werft-Führung hatte am vergangenen Mittwoch die Betriebsräte über den Stand der Dinge informiert. Das Unternehmen, das zum Genting-Konzern in Hongkong gehört, hat seit April einen Großteil seiner 3.100 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

Werften hoffen auf Hilfe des Bundes

Wegen akuter Zahlungsschwierigkeiten waren die Schiffbauer Ende Juni auf die Freigabe einer 175 Millionen Euro schweren Sicherheitsreserve durch Banken und Land angewiesen. Vor sechs Wochen sprach auch die Landesregierung von einer drohenden Insolvenz. Auch in den Beratungen der Landtagsausschüsse war von Arbeitsplatzverlusten die Rede. Jetzt hofft das Unternehmen auf Hilfen des Bundes - etwa 570 Millionen Euro sollen bis Ende September aus dem Corona-Schutzfonds fließen.

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Wird der Bau großer Kreuzfahrtschiffe gestoppt?

Ziel des Restrukturierungsprogramms sei es, heißt es in der Mitteilung von Mittwoch, "die MV Werften wirtschaftlich zu stabilisieren". Eckpunkte und Einzelheiten würden zeitnah erarbeitet und zügig umgesetzt. Aktuell lässt die Werft ein Fortführungs- und ein Sanierungsgutachten durch die Wirtschaftsprüfer Ernst & Young und PricewaterhouseCoopers erstellen. Beide Papiere sind Voraussetzung für die Bundeshilfen. Möglich scheint, dass Projekte für große Kreiuzfahrtschiffe eingedampft werden und es am Ende weniger Arbeit auf den Werften gibt.

IG Metall "äußerst irritiert"

Auf die Frage, ob ein Jobabbau geplant ist, wollte ein Werftsprecher nichts sagen. Es stünden aber Betriebsabläufe und Prozesse auf dem Prüfstand. Die IG Metall zeigte sich verwundert und wird zusehends nervös. Angesichts der bisher vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung sei man über die Mitteilung "äußerst irritiert", so ein Sprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.08.2020 | 17:10 Uhr

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