Auf dem Mecklenburg-Vorpommern-Tag tanzt der Verein "Dörpschaft Witzin e.V. © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck/dpa

MV-Tag nach Absagen auf der Kippe?

Stand: 07.05.2021 05:10 Uhr

Der von der Staatskanzlei geplante Mecklenburg-Vorpommern-Tag steht offenbar auf der Kippe. Zwei wichtige Organisationen haben ihre Teilnahme an dem Landesfest im Juli in Greifswald abgesagt.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Das große Landesfest soll am 10. und 11. Juli im Greifswalder Zentrum gefeiert werden. Die Gastgeber, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne), freuen sich auf Besucher aus allen Teilen des Landes. Das Motto des Wochenendes: "Tradition - Innovation - Vielfalt". Kreise und Städte sollen sich ebenso wie Landtag und Landesregierung präsentieren. Doch zum Feiern ist nach Monaten der Pandemie und des Lockdowns nicht allen zumute.

DRK zu sehr mit Corona beschäftigt

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim wird nicht dabei sein. Landrat Stefan Sternberg (SPD) begründete die Absage mit der Corona-Lage. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) wird beim MV-Tag nicht vertreten sein. Die Mitarbeiter seien mit der Bewältigung der Corona-Lage beschäftigt, hieß es. Damit entfällt eine wichtiger geplanter Programmpunkt der Erlebnismeile in der Hansestadt. Man sei aber bereit, das Fest wie in den vergangenen Jahren durch einen Sanitätsdienst abzusichern, so eine DRK-Sprecherin.

Bedenken hinter vorgehaltener Hand

Der Landkreis und das DRK sprechen Bedenken offen aus, die viele hinter vorgehaltener Hand äußern. Ein großes Landesfest könne im Juli noch nicht gefeiert werden - zumal die Staatskanzlei von Ministerpräsidentin Schwesig den Termin dazu Ende März überraschend mitten in die Sommerferien gelegt habe. Die Begeisterung bei Wirtschaft, Verbänden und Verwaltung, nach den anstrengenden Corona-Wochen ein komplettes Sommerwochenende durchzuarbeiten, hält sich offenbar in Grenzen.

Weitere Verschiebung gilt als schwierig

Rund 200.000 Euro will sich die Staatskanzlei das Landesfest laut Haushaltsplanungen kosten lassen, mit der Organisation hat sie eine Eventagentur bei Rostock beauftragt. Der MV-Tag war eigentlich für den vergangenen September vorgesehen, er wurde wegen der Corona-Pandemie zunächst auf diesen Juni verschoben. Ende März wurde dann per Pressemitteilung der Termin für den Juli festgelegt. Eine weitere Verschiebung in den Spätsommer gilt als schwierig: Die Veranstaltung würde in die Nähe des Wahltermins am 26. September rücken, Ministerpräsidentin Schwesig müsste sich dann möglicherweise den Vorwurf gefallen lassen, das Landesfest als Bühne für den Wahlkampf zu nutzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.05.2020 | 06:00 Uhr

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