Stand: 03.06.2020 16:11 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Loitz: Millionenschaden nach Brand in Sägewerk

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Die Rauchsäule über dem Sägewerk war kilometerweit zu sehen.

Der Großbrand im Holzlager des Sägewerks in Loitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat einen Schaden von rund 1,5 Millionen Euro verursacht. Diese Summe nannte die Polizei nach den ersten Ermittlungen am Mittwoch. Zunächst war der Schaden deutlich niedriger geschätzt worden.

Brach Brand bei Reparaturarbeiten aus?

Ein Brandgutachter und die Kriminalpolizei untersuchten den Brandort mittlerweile, die Brandursache konnte aber noch nicht geklärt werden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung. Nach ersten Erkenntnissen könnte das Feuer auch mit Reparaturarbeiten an einer Lagerhalle in Zusammenhang stehen. Mitarbeiter und Zeugen sollen noch befragt werden.

Kreissprecher: Auch ein Chemikalienlager war in Gefahr

Das Feuer war am Dienstag gegen 18.20 Uhr in der mit 2.000 Quadratmetern größten Lagerhalle des Betriebes ausgebrochen. Die Halle mitsamt Holz und Arbeitsgeräten brannte nieder, auch angrenzende Gebäude wurden unterschiedlich stark beschädigt. Das Feuer konnte nach mehr als drei Stunden langsam eingedämmt werden. LAut Kreissprecher Achim Froitzheim konnten die Feuerwehren verhindern, dass ein nahegelegenes Heizöllager sowie ein angrenzender Solarpark ebenfalls in Brand gerieten. Auch ein Chemikalienlager mit Holzbeizen sei gefährdet gewesen.

Rauchwolke im 50 Kilometer entfernten Stralsund zu sehen

Über die Warn-App NINA waren die Anwohner aufgerufen worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Rauchwolke war bis ins 50 Kilometer entfernte Stralsund zu sehen. Während des Einsatzes mussten zwei Feuerwehrleute mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht werden. Obwohl etliche Glutnester am Mittwoch schon gelöscht waren, soll es noch weiterhin eine Brandwache geben.

Landrat lobt "unglaubliche Leistung" der Feuerwehr

Insgesamt waren 213 Feuerwehrleute von den umliegenden Freiwilligen Wehren aus Loitz, Demmin, Passow, Dersekow, Sassen, Trantow, Grimmen und Tutow im Einsatz. Außerdem war vorsorglich auch der Gefahrgutzug des Landkreises Vorpommern-Greifswald ausgerückt. Es sei eine unglaubliche Leistung der Einsatzkräfte gewesen, sagte Landrat Michael Sack (CDU) im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Weil die Hitzeentwicklung so enorm war, mussten sich die Feuerwehrleute häufig abwechseln und aus größerer Entfernung löschen, so Sack weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.06.2020 | 16:30 Uhr

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