Stand: 01.12.2016 07:03 Uhr

Lösung für Krankenhaus Wolgast in Sicht

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Für eine der geschlossenen Stationen am Kreiskrankenhaus Wolgast ist eine Lösung in Sicht. (Archivbild)

Am Kreiskrankenhaus in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) soll es wieder eine klinische Versorgung von Kindern geben. Darauf haben sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und die örtliche Bürgerinitiative bei einem Treffen am Mittwochnachmittag in der Staatskanzlei in Schwerin verständigt. Dazu soll eine sogenannte Portalklinik eingerichtet werden.

Kinderbetten, aber keine Kinderstation

Den Angaben zufolge soll es somit künftig wieder einige Kinderbetten in Wolgast geben, von einer Kinderstation wollte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) aber nicht sprechen. Ein Not- oder Kinderarzt - im Gespräch sind niedergelassene Ärzte aus der Region - soll nach einer Untersuchung entscheiden, ob der Patient in Wolgast stationär behandelt wird. Schwere Fälle sollen ins Uniklinikum Greifswald gebracht werden.

Noch keine Lösung für Schließung der Geburtshilfe-Station

Nach Angaben von Glawe und Sellering wurde ein Gerüst für ein Konzept entworfen. Dieses soll nun mit Krankenkassen, Krankenhausgesellschaft, Kreiskrankenhaus und Uniklinikum besprochen werden. Im Januar 2017 soll es vorliegen. Vertreter der Bürgerinitiative zeigten sich nach dem Treffen teilweise zufrieden. Es sei bislang aber keine Lösung für die Forderung der Bürgerinitiative nach Wiedereröffnung der Geburtshilfe gefunden worden, sagte eine Sprecherin der Initiative. Für eine Wiedereröffnung werde man weiterkämpfen, Demonstrationen seien nicht ausgeschlossen.

Verhaltene Reaktionen in Wolgast


In Wolgast fielen die Reaktionen auf die Ankündigung aus Schwerin verhalten aus. Das könne nur ein erster Schritt sein, wenn auch in die richtige Richtung, so der Tenor in der lokalen Politik und in sozialen Medien. Die meisten Kritiker bemängeln, dass die Politik lediglich eine Notfallversorgung für Kinder zugesagt hat und die ebenfalls geschlossene Frauenheilkunde und Geburtshilfe weiterhin außen vor geblieben ist. Die Bürgerinitiative kündigte noch in der Nacht zum Donnerstag an, ihre Mahnwachen in Wolgast und auf der Insel Usedom weiter fortzusetzen. Viele sehen einen Vorteil darin, dass die Zuständigkeit für das Krankenhaus jetzt in das Ressort von CDU-Minister Glawe fällt. Die regionalen CDU-Vertreter hatten sich von Anfang an mehrheitlich gegen die Schließung ausgesprochen.

Anhaltende Proteste

Die Stationen für Kinderheilkunde und Geburtshilfe waren am 1. Februar 2016 geschlossen worden. Seitdem ist der Protest nicht abgerissen. Eine Bürgerinitiative versucht, die Landesregierung zum Umdenken zu bewegen. Eine Volksinitiative, bei der knapp 20.000 Unterschriften für die Wiedereröffnung gesammelt wurden, war im Landtag an der SPD/CDU-Mehrheit gescheitert. Seit der Landtagswahl ist wieder Bewegung in den Konflikt gekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.12.2016 | 06:00 Uhr

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