Stand: 11.10.2019 15:30 Uhr

Liveticker: Sieben Störche auf ihrem Weg nach Süden

Sie heißen "Gudow", "Lübs", "Sky" oder auch "Pretener": Insgesamt sieben Störche aus Mecklenburg-Vorpommern tragen derzeit einen GPS-Sender auf dem Rücken. Die 50 Gramm schweren solargespeisten Sender sind wahre Wunderwerke der Technik mit Computer, Mobiltelefon, GPS-Logger und verschiedensten Sensoren. Anhand der Signale kann nachverfolgt werden, wo sich jeder einzelne Storch im Augenblick aufhält. So lässt sich feststellen, welche Flächen der Storch in seinem Brutgebiet zum Nahrungserwerb nutzt - aber auch, welche Bedingungen und Gefährdungen die Störche auf ihrem Weg in den Süden zu meistern haben. Bilder oder Videos lassen sich allerdings nicht übertragen. Deshalb sind Helmut Eggers und Steffen Hollerbach den Störchen mit dem Auto hinterher gereist. Eggers, ehrenamtlicher Storchenbetreuer, begleitete das Projekt in der Region Ludwigslust. Alle GPS-Daten der Störche können mit Klick auf den jeweiligen Link auf der Karte verfolgt werden.


14:00 Uhr - 11. Oktober, Freitag

Update: Sieben Störche im Winterquartier

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Nach 14 Tagen Begleitung schauen wir unseren Störchen etwas wehmütig hinterher und wünschen ihnen eine gute Reise und ein Wiesersehen im nächsten Frühjahr.

Gute Nachrichten aus der Welt: Alle sieben Störche leben, sind aber unterschiedlich schnell unterwegs. Fünf von ihnen halten sich gerade im Tschad auf. Die Regenzeit dort hat sehr viele Heuschrecken hervorgelockt, sodass die Störche genug Futter finden. Der Niendorfer hat sich ein kleiner Ausreißer die Westroute ins Winterquartier ausgesucht und pickt gerade in Marokko Insekten. Sky hat sich den Sudan als Reiseziel ausgesucht und ist am Nil hängen geblieben. Seit ein paar Tagen gibt es von ihm aber keine Informationen. Wir gehen davon aus, dass er sich in einem Funkloch befindet und noch lebt.


12:00 Uhr - 6. September, Freitag

Abschied: Ein letzter Blick zurück

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Erakli, Brasov, Rumänien

Die Storch-Experten Steffen Hollerbach und Helmut Eggers haben die sieben Störche aus Mecklenburg-Vorpommern durch ganz Europa begleitet, damit endet zunächst ihre Tour.

Vier unserer Senderstörche, die Brutstörche Pretener, Besitz2, Gudow und Sückau2, sind inzwischen in ihrem Überwinterungsgebiet im Tschad angekommen. Wenn es dort über den Winter genug Nahrung gibt, werden sie dort bleiben, bis sie sich dann wieder auf den Weg in ihr Brutgebiet im Bereich der Sudeniederung machen. Vielleicht ziehen sie aber auch noch in Afrika weiter südlich, wie im letzten Jahr der Gudow.

Sky, den wir die längste Zeit direkt begleitet haben, hat inzwischen das Jordantal in Israel erreicht. Dort hielt er sich gestern an den Fischteichen bei Bet Shean auf. Und Lübs, unser Lübtheener Brutvogel, fliegt momentan noch über die anatolische Hochebene. Er wird wie die anderen Störche über Syrien, Israel weiter nach Ägypten fliegen. Dem Niltal folgend wird dann vermutlich auch das Überwinterungsgebiet im Tschad ansteuern.

Unser siebter Senderstorch, der Niendorfer, hat sich auf die westliche Zugroute begeben und hält sich, wie viele andere Störche auch, auf einer Mülldeponie am Stadtrand von Madrid auf. Vermutlich wird er dort den Winter verbringen. Wir wollen hoffen, dass alle sieben Störche im Frühjahr gesund wieder auf ihren Nestern erscheinen, denn in vielen Fällen steuern sie das Nest des Vorjahres an. Vielleicht landen sie aber auch auf einem anderen Nest und schreiten dort zur Brut.

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Nach langer Heimfahrt sind Helmut Eggers und Steffen Hollerbach wieder zurück in im Norden.

Auf unserer Tour haben wir sehr viele Beobachtungen machen können. Imposant war immer wieder das morgendliche Aufsteigen der Störche in der Thermik! Wir berichteten auch über negative Begebenheiten, wie zum Beispiel gestern. Mit unserer Reise, die jetzt zu Ende geht, ist die Arbeit zum Schutz der Störche noch lange nicht abgeschlossen.


07:30 Uhr - 5. September, Donnerstag

117 tote Störche unter Elektromasten in Burgas

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Erakli, Schwarzes Meer, Bulgarien

Ein furchtbarer Anblick: Unter den Elektromasten auf der Mülldeponie bei Burgas finden die Lübtheener Storchenbetreuer mehrere tote Störche.

Einen solcher Tag, wie der gestrige, ist für jeden Storchenfreunde ein Horrorszenario. Nach dem Abflug der Störche aus dem Bereich der Mülldeponie bei Burgas machten wir uns daran die Elektromasten und die Leitungen abzusuchen, wo wir bereits am Vorabend tote Störche liegen sahen.

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Unter den verendeten Störchen sind auch etliche Jungstörche.

Zunächst waren es einzelne Störche unter einigen kontrollierten Masten, die teilweise frisch tot, teilweise auch schon vor mehreren Tagen oder Wochen verunglückt waren. Doch dann kam ein Mast, unter dem 23 tote Störche lagen. Es war für uns ein entsetzlicher Anblick. Die Schakale, die wir in der letzten Nacht hörten und die überall präsenten Hunde hatten hier reiche Beute ohne überhaupt jagen zu müssen. Wir suchten weiter und fanden insgesamt 117 tote Störche. Dabei konnten wir längst nicht alle Masten absuchen. Es gab in diesem Bereich auch schon Sicherungsmaßnahmen seitens der Energieunternehmen, sonst wäre die Zahl wohl noch viel höher ausgefallen.

Die Störche kamen aus Polen, der Slowakei, aus Ungarn und Rumänien, wie wir an den gefundenen Ringen nachweisen konnten. Einen Ring der deutschen Vogelwarten fanden wir nicht, doch unter den unberingten Störchen waren mit Sicherheit auch deutsche Störche dabei.

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Die gesicherten Masten sind deutlich an den langen Schutzhauben über den Leitern und Isolatoren zu erkennen.

Fassungslos registrierten wir all die verunglückten Störche und machten auch über die Masttypen Aufzeichnungen. Wir werden überlegen müssen, wie wir in Zusammenarbeit mit national und international tätigen Organisationen hier eine Veränderung in Hinblick auf eine Sicherung der Elektroanlagen erreichen können. Burgas ist für den Weißstorchzug ein ganz wichtiger Punkt, deshalb sind in solchen Bereichen als Erstes verstärkte Schutzanstrengungen dringend erforderlich. Darum werden wir uns bemühen.


10:00 Uhr - 4. September, Mittwoch

Besuch bei einer Vogelforschungsstation

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Burgas, Bulgarien

Allein in Bulgarien sterben ein Prozent der durchziehenden Störche an elektrischen Leitungen – das wären ca. 2600 tote Störche.

Auf einer Anhöhe hatten wir einen weiten Blick auf die Stadt am Schwarzen Meer. Aus allen Richtungen heulten abends und auch nachts ganz  in der Nähe die Schakale. Wenn man im Zelt liegt, hat dieses Heulen etwas Besonderes.

Wir besuchten gestern noch eine ornithologische Station direkt in einem Feuchtgebiet an der Schwarzmeerküste und hatten ein Gespräch mit einem bulgarischen Leiter dieser Station zum Thema Verluste von Weißstörchen an elektrischen Leitungen. Er bezifferte die Verluste allein in Bulgarien auf etwa einen Prozent der durchziehenden Störche – das wären ca. 2600 tote Störche. Auch hier gibt es erste Ansätze zur Sicherung von gefährlichen Mastkonstruktionen, aber für flächendeckende Maßnahmen fehlt weitgehend das Geld.

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Etwa 300 Störche stehen im Umfeld der Deponie von Burgas bei Bratovo.

Er gab uns dann noch den Hinweis, wo wir möglicherweise mit durchziehenden Störchen rechnen könnten. Es war die Mülldeponie von Burgas bei Bratovo. Wir wurden auch fündig. Etwa 300 Störche sahen wir im Umfeld der Deponie. Wenn unsere Störche, die wir von zu Hause nur stolz auf den Wiesen stolzieren sehen, hier im Müll nach Fressbarem suchen, ist das ein gewöhnungsbedürftiger, nicht gerade schöner Anblick.

Bei der Anfahrt zur Mülldeponie sehen wir unter mehreren Masten tote Störche liegen. Diese wollen wir uns nun genauer ansehen.


14:00 Uhr - 3. September, Dienstag

Neun tote Jungstörche an einem Elektromast

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Malko Tarnowo, Bulgarien

300 Störche rasten an der Grenze von Türkei nach Bulgarien.

Gestern Morgen sahen wir "Lübs" schnell in der Thermik verschwinden. Bei den hiesigen Temperaturen und dem kräftigen Wind gewinnen die Vögel schnell an Höhe und sind schon bald nicht mehr mit dem bloßen Auge zu erkennen.

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Neun tote Jungstörche entdeckten die Lübtheener Storchenbetreuer zufällig an einem Strommast.

Wir gehen also davon aus, dass "Lübs" auch an diesem Tag wieder eine lange Tagesetappe absolvieren wird. Wir entschließen uns, ihm nicht mehr in den asiatischen Teil der Türkei zu folgen. Außerdem hatten wir in der Türkei Probleme mit dem Datentransfer. So schauen wir uns die Rastgebiete vor dem Bosporus genauer an. Positiv fällt auf, dass es durchaus Ansätze zur Sicherung der Elektroleitungen gibt, das heißt, dass wir an einigen Elektromasten Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Vögel sehen. Aber längst ist dies Problem noch nicht behoben, denn die Mehrzahl der Leitungen ist für Großvögel, so auch für Störche, lebensgefährlich. Am Abend sehen wir dann auch unter den Mittelspannungsmasten eines nur kurzen Leitungsabschnittes neun tote Jungstörche liegen. Beim Aufsuchen eines Schlafplatzes setzen sie sich auf diese Masten und ihr bisher kurzes Leben endet durch einen Kurzschluss. Hier muss zur Sicherung der Zugwege noch viel getan werden. Wir werden unsere Feststellungen an Partnerorganisationen weitergeben und hoffen auf Verbesserungen.

Wir übernachten noch in der Türkei, machen uns dann auf den Weg gen Norden, sehen noch einen Trupp von 300 Störchen und kommen diesmal schneller über die Grenze nach Bulgarien. Jetzt erst stellen wir fest, dass "Lübs" nicht viel weiter als durch Istanbul gezogen ist. Er hat, wie vor ihm auch "Sky", eine Mülldeponie sudöstlich vom Bosporus als Rastplatz genutzt. Hätten wir es gewusst, wären wir dort sicher noch hingefahren. Aber so ist es halt, manchmal kommt es anders als man denkt!


11:30 Uhr - 2. September, Montag

Schlafplatz in der Türkei

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Marmara Ereğlisi, Türkei

Hoher Schlaf: Die Störche haben sich diese kahlen Bäume als Schlafquartier ausgesucht.

Störche kennen keine Grenzen - wir dagegen werden schon mal damit konfrontiert. Nach dem imposanten Aufsteigen der Störche von den Feldern bei Dibich in Bulgarien und den danach erhaltenen Mittagskoordinaten war schon klar, dass die Störche die Türkei erreichen werden. Also steuerten wir über Burgas den Grenzübergang bei Malko Tarnowo an. Es war eine landschaftlich schöne Strecke mit ausgedehnten Eichenwäldern. Eineinhalb Kilometer vor dem Grenzübergang erreichten wir das Ende einer Autoschlange. Geschlagene 3,5 Stunden warteten wir in dieser Schlange. Da weiß man dann erst richtig zu schätzen, dass wir in einem Europa fast ohne Grenzen leben dürfen.

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Der dritte Storch von links: "Lübs" wurde gesichtet, wie er sich auf einem Feld niedergelassen hat.

Unsere Pläne, den europäischen Teil der Türkei zu erkunden und nach Störchen Ausschau zu halten, wurden damit durchkreuzt, denn es war dunkel geworden. Mit Spannung erwarteten wir deshalb die Schlafplatzkoordinaten von "Lübs". Würde er es sogar über den Bosporus geschafft haben? Wir hatten Glück, er hielt sich in den Feldern in der Nähe des Marmarameeres noch im europäischen Teil der Türkei auf.

Am Morgen sahen wir ihn auf einem Baum stehen in der Nähe eines Bauernhofes. Wir konnten etwa 200 Störche in verschiedenen Gruppen zählen. Es waren nun tschechische und ungarische Reisebegleiter dabei. Dagegen fehlten viele polnische und deutsche Störche, bei den Störchen, die wir kontrollieren konnten. Bei kräftigem Wind stiegen dann um 9 Uhr mindestens 600 Störche auf. Für uns ein toller Anblick. Heute werden sie über den Bosporus auf den asiatischen Kontinent wechseln, denn Istanbul ist nur 80 Kilometer entfernt.


12:00 Uhr - 1. September, Sonntag

Pause auf einem bulgarischen Stoppelfeld

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Dibich, Bulgarien

Nach einer intensiver Gefiederpflege warten die Störche auf den Start auf einem Feld vor der Stadt Schumen.

Warten auf den Zug. Unser Lübtheener Storch "Lübs" steht auf einer Lampe direkt am Bahnhof von Dibich südlich von Schumen in Bulgarien. Wir hatten erwartet, dass er maximal bis zu Donau kommen würde, der Grenze zwischen Rumänien und Bulgarien, aber diesmal überraschte er uns wirklich. 145 Kilometer mussten wir noch von Giorgiu an der Donau bis zum Schlafplatz fahren. Hier kamen wir um 1 Uhr an. Die Nacht war also wieder einmal kurz.

Bei Sonnenaufgang flogen die Störche auf ein Stoppelfeld: 124 Störche zählten wir. Die Gruppe, die gestern bei Brasov losflog ist also beisammen geblieben, was Ringablesungen belegen. Zwischen beiden Orten beträgt die Flugstrecke in Luftlinie 311 km, eine gute Tagesleistung zumal die Störche die Karpaten zu überwinden hatten. Die Wetterbedingungen sind momentan wohl sehr günstig: strahlend blauer Himmel, Mittagstemperaturen über 30 Grad und schwacher Rückenwind. Bei diesen Verhältnissen sind die Störche wohl bald in der Türkei, vielleicht sogar heute schon.

Der zweite Senderstorch aus Loburg vom dortigen Storchenhof und ein Jungstorch, den wir selbst an der Elbe in Neu Wendischthun bei Familie Haushalter beringt haben, sind auch mit in der Gruppe.

Hier noch das Update zu den anderen besenderten Störchen: Alle vier vorauseilenden Störche sind bereits im Tschad, das ist das eigentliche primäre Überwinterungsgebiet unserer Störche. Vielleicht fliegt aber der Gudower Storch wieder wie im vergangenen Winter bis nach Südafrika. Da lassen wir uns überraschen. Unser "Sky" hat Istanbul passiert und durchquert die Türkei.


12:00 Uhr - 31. August, Sonnabend

Ein kleines Storchenparadis

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Vladeni, Rumänien

In diesem Gebiet gibt es nur wenige Hochspannungsleitungen. Der Storch steht hier auf einem Mast nahe des Bahnhofs.

Nun hat "Lübs" uns eingeholt. Wir finden ihn spät am Abend in einem Buchenkopf oberhalb des Dorfes Vladeni, westlich von Brasov, also auch am Rande der Karpaten. Schon eine Stunde vor Sonnenaufgang stehen wir auf, um nicht zu verpassen, wohin er am Morgen vom Schlafplatz aus fliegt. Die Störche finden wir auf kleinen Wiesen am Fluss in Dorfnähe. Anhand der Ringe sehen wir, dass neben deutschen Störchen auch polnische Störche in der Gruppe sind. Leider werden sie durch Hunde, die man hier in großer Zahl freilaufend vorfindet, aufgescheucht. Nun fliegen sie auf die Felder, wo ein kleiner Traktor Grünland mäht. Stromleitungen sind in diesem Gebiet nur wenige zu finden, aus dieser Sicht droht den Störchen an diesem Rastplatz keine Gefahr.

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Freilaufende Hunde scheuchen die Störche hoch, sodass ihre Beobachter sie erneut auf einer benachbarten Wiese wiederfinden.

Rings um das Dorf gibt es sehr viel artenreiches, buntes Grünland, so wie man es in Deutschland selten sieht. Es gibt darum im Dorf, das im siebenbürgischen Stil erbaut ist, etliche Storchennester. Auf einem stehen sogar noch zwei Jungstörche. Unsere Zugstörche finden hier auch so manchen Bissen, konzentrieren sich dann aber auf die Gefiederpflege, um fit zu sein für die nächste Etappe.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, hier fernab der Heimat dem Lübtheener "Hausstorch" – genannt "Lübs" - zu begegnen! Um 10.25 Uhr steigen hier 130 Störche auf, suchen die richtige Thermik und werden am Abend wohl in Bulgarien landen. Wir folgen.


11:30 Uhr - 30.08.2019, Freitag

Rettungsaktion auf der Mülldeponie

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Brasov, Rumänien

Immer wieder verletzen sich die Störche auf ihrer Reise an ungesicherten Strommasten oder auf Mülldeponien. Hilfe kommt leider oft erst zu spät.

Heute machen wir eine Reiseunterbrechung, denn wir wollen ja auf "Lübs", den Brutstorch aus Lübtheen warten. Wir besuchen noch einmal die Deponie von Brasov. Im Umfeld der Deponie hatten wir bei unserer letzten Zugbegleitung vor zwei Jahren an einer Elektroleitung 36 tote Störche gefunden. Damals hatten wir in Zusammenarbeit mit Weißstorchschützern vor Ort versucht, auf die Zustände dort aufmerksam zu machen. Leider ist immer noch nichts passiert. Wir finden unter denselben Leitungsmasten immerhin wieder elf tote Störche. Die Leitung wurde also immer noch nicht gesichert, was mit geringem Aufwand möglich wäre. In Deutschland ist die Sicherung von gefährlichen Mastkonstruktionen für Großvögel gesetzlich vorgeschrieben. Wir werden nochmals mit örtlichen Vogelschützern Kontakt aufnehmen müssen. 

Wir dürfen die Deponie nochmals betreten und finden dort circa 80 Störche vor. Ein Storch hat eine Beinverletzung, wir fangen ihn ein, nehmen Kontakt zu rumänischen Kollegen auf und bringen ihn in eine Tierarztpraxis in Brasov. Von dort wird er am nächsten Morgen weiter nach Sibiu (Herrmannstadt) gebracht.

Am Abend treffen wir uns mit einem langjährigen rumänischen Storchenbetreuer und tauschen Erfahrungen aus. Es wird ein langer Abend und wir übernachten diesmal nicht im „Felde“.


11:00 Uhr - 29.08.2019 - Donnerstag

Keine Daten von "Pretener"

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Brasov, Rumänien

Die Weißstörche kreisen vor den Karpaten und warten auf die Thermik.

Unser Ziel gestern war Brasov, weiterhin in Rumänien. Brasov war die einstmalige Kronstadt in Siebenbürgen und ist als solches hier auch noch überall ausgeschildert. Brasov liegt in einer Ebene vor den bis zu 2.500 Meter hoch aufragenden Bergen. Eine schöne Kulisse.

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Bei der Kontrolle der Stromleitungen in der Nähe der Mülldeponie haben wir sechs tote Störche und einen toten Greifvogel gefunden.

Für die Störche ist dieser Karpatenbogen schon ein echtes Hindernis auf ihrem Zug in den Süden. Oftmals rasten sie in der landwirtschaftlich genutzten Ebene, besonders dann, wenn sie am Nachmittag bei abnehmender Thermik hier eintreffen. Dementsprechend finden wir hier morgens auf den Feldern etwa 200 Störche.

Zwei beringte Störche, die wir schon in der Slowakei gesehen und abgelesen haben, sind auch mit dabei. "Sky" ist schon über die Karpaten hinweg. Er rastete heute Nacht nördlich von Bukarest und wird voraussichtlich heute Abend schon in Bulgarien sein. Wir haben uns dazu entschlossen, ihn "allein" fliegen zu lassen und werden hier auf "Lübs" warten.

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Wir beobachten oft Schreiadler, die zusammen mit den Störchen ziehen. Er ist ein seltener Brutvogel in MV und besonders geschützt.

Sorgen machen wir uns um den "Pretener" Storch: Er hat seit dem 23. August keine Daten mehr geschickt. An diesem Tag erreichte er auf dem Sinai die Küste des Roten Meeres. Zwei unserer Senderstörche waren hier auf der anderen Seite des Roten Meeres ebenfalls spurlos verschwunden! Sollten hier an diesem Hotspot des Vogelzuges massive Verluste durch das Schießen auf Vögel auftreten? Wir werden es unbedingt im Auge behalten müssen.


11:00 Uhr - 28. August, Mittwoch

Übernachtung auf der Mülldeponie

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Sanpaul, Rumänien

Auf einer Mülldeponie 20 km südöstlich von Targu Mures in Rumänien nächtigte Sendestorch "Sky".

Der neue Rastplatz von "Sky" liegt erwartungsgemäß in Rumänien. Wir erreichen den Ort in der Nähe von Targu Mures. Die Tagesetappe hatte diesmal eine Länge von 230 Kilometern. Damit liegt die Flugweite durchaus im normalen Bereich. In den Tagen zuvor waren es demgegenüber unterdurchschnittliche Flugleistungen.

Uns fällt sofort auf, dass der abendliche Rastplatz in der Nähe einer Mülldeponie liegt. Wir kommen dort jedoch nicht direkt hin, sodass wir unser Nachquartier in den Feldern suchen.

Am Morgen fahren wir zur Deponie und bitten einen Mitarbeiter um die Genehmigung zum Befahren des Müllplatzes. Zunächst sieht er kein Problem, als er jedoch seinen Chef anruft, geht gar nichts mehr. Er verlangt Genehmigungen von den zuständigen Behörden. Aber wie soll das gehen, wenn wir am Vorabend noch nicht einmal wissen, wo der Storch landet, er aber schon gegen 9 Uhr wieder weiterfliegt? So müssen wir leider unverrichteter Dinge wieder abziehen, sehen aber noch über eine Kante unseren Storch und warten dann auf einer Anhöhe ganz in der Nähe auf den Weiterzug der Störche.

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Mit der Antenne versucht Stroch-Experte Helmut Eggers eine Verbindung zum Senderstorch aufzunehmen, um die Daten zu empfangen. Somit weiß er sofort, wo sich der Storch aufhält.

Ganz pünktlich um 9.25 Uhr starten 127 Störche, 25 bleiben auf dem Platz. Wie wir auf unseren Geräten sehen, ist "Sky" in der startenden Gruppe dabei. Es hätte auch passieren können, dass er einen Tag Pause einlegt.

Dass Störche, wie wir es in Spanien sehen, monatelang auf Deponien ausharren, scheint auch auf der Ostroute immer mehr zur Gewohnheit zu werden. Die Tage der Rast auf Deponien nimmt zu, das belegen auch unsere Daten. Einzelne Störche nutzen opportunistisch die Reste unserer Zivilisation und locken überfliegende Störche an. So entwickeln sich neue Traditionen. Ob der Aufenthalt für die Störche gefährlich ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Weitere Untersuchungen dazu sind notwendig.

Es herrschen sehr gute Zugbedingungen und wir gehen davon aus, dass "Sky" heute bis Brasov fliegt, oder gar über die Karpaten hinweg. Bei Brasov ist auch eine große Deponie, wo wir vor zwei Jahren 36 Weißstörche und einen Schwarzstorch tot unter einer Stromleitung fanden.


11:00 Uhr - 27. August, Dienstag

Reifenpanne in Ungarn

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Nabrad, Ungarn

In diesem Trupp von 58 Störchen war unser Senderstorch Sky. Leider waren die Pflanzen so hoch, dass keine Ringe zu erkennen waren.

Gestern Abend wurden unsere Planungen etwas durcheinander geworfen. Beim Abendbrot zischte es plötzlich: eine Reifenpanne. Bei den Wegen, die wir fahren vielleicht auch kein Wunder! Es war 21 Uhr, an eine Reparaturmöglichkeit nicht zu denken. Da ein Ersatzrad nicht vorhanden ist, reparierten wir das Ventil notdürftig. Weiter ging es etwas langsam durch Ungarn.

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In diesem unwegsamem Gelände hatte "Sky" seinen Schlafplatz. Durch den Morgennebel wurde der Storch leider nicht entdeckt.

Der Schlafplatz von "Sky" befindet sich beinahe direkt an der Theiß im nordöstlichen Teil von Ungarn, nicht weit von Rumänien und der Ukraine entfernt. Morgens finden wir ihn auf einem Feld in einer Gruppe von 58 Störchen. Nur ein Jungstorch ist dabei. Die Jungen fliegen in der Regel eher los und sind damit schon weiter, aber eben nicht alle!

Heute Morgen sind die Störche schon gegen 9 Uhr aufgebrochen: wolkenloser Himmel, damit gutes Zugwetter. Es wird also wahrscheinlich eine längere Tagesetappe werden.

Es gibt Neuigkeiten von "Lübs": Er ist dort wo wir vor 2 Tagen noch waren - in Polska Cerekiev. Ein polnischer Kollege hat ihn dort zusammen mit einem besenderten Jungstorch aus Loburg, Sachsen-Anhalt, abgelesen. Die Daten aus der Movebank zeigen das auch. "Lübs" ist uns also "auf den Fersen"! Das zeigt natürlich auch, dass der Storchenzug sich auf einer schmalen "Straße" vollzieht, man spricht von Schmalfrontzug. Gerade in diesem Bereich wollen wir uns zusammen mit Naturschutzorganisationen vor Ort um die Sicherung von gefährlichen Leitungen einsetzen.

Jetzt müssen wir uns aber erst einmal um die Sicherung unseres Reifens kümmern! Abends werden wir dann wohl in Rumänien sein.


11:00 Uhr - 26. August, Montag

Endlich in der Slowakei

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Spisske Podhradie

Laut gestriger Planung wollten wir eigentlich bis Kosice fahren. Wir sahen dann aber über der Hohen Tatra ein kräftiges Gewitter aufziehen. Waren die abziehenden Störche mit unserem "Sky" schon daran vorbei oder haben sie vor den Bergen halt gemacht. Beides war möglich. Ehe wir wieder zu weit fahren würden, sahen wir uns lieber die Felder und Wiesen im Flusstal der Dunjajec an, hatten aber keinen Erfolg. So blieb nur das Warten auf die abendlichen Koordinaten, die wir jetzt auf 20.15 Uhr programmiert haben. Zu dieser Zeit muss der Storch im Normalfall seinen Schlafplatz eingenommen haben.

"Sky" funkt aus Spisska Nva Ves, einem Ort mit einer markanten Burg, zwei Stunden Autofahrt. Vor Ort finden wir sehr hügeliges Gelände mit äußerst schlechten Fahrbedingungen vor. Zelt aufbauen, schlafen, morgens ist die Nachtruhe um 5.30 Uhr beendet. Wir suchen die Störche, zunächst ohne Erfolg. Später finden wir sie hinter einer Kuppe auf einem Stoppelfeld, wo sie Nahrung suchen und Gefiederpflege betreiben. Heute steigen sie erst um 10.25 Uhr zur nächsten Tagesetappe auf. Es sind nur noch 32 Störche, die Gruppe hat sich also geteilt. Im Rastgebiet registrieren wir wieder etliche für Großvögel gefahrvolle Freileitungen. "Lübs", der Lübtheener Storch, ist nun auch unterwegs. Er schlief gestern Abend südlich von Breslau.


14:00 Uhr - 25. August, Sonntag

Übernachtung in einer Tanne

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Jordanow

Senderstorch "Sky" verbringt eine Nacht in einer Tanne.

Ein paar Informationen zu den Störchen, die schon "über alle Berge" sind: Spitzenreiter ist nun "Besitzer", der schon im Niltal ist. "Pretener" ist am Toten Meer. "Sückau2" und "Gudower" waren bereits auf dem Sinai. Was macht "Sky"?

Er hat gestern auch nur circa 120 Kilometer zurückgelegt. Wir fahren bis Wadowice und sind am Abend nur rund 40 Kilometer vom Schlafplatz entfernt, das bedeutet in diesem "Job" beinahe eine Punktlandung. Schon kurz nach 21 Uhr sind wir am Schlafplatz in den Beskiden, einer Mittelgebirgsregion. Gefährdungen durch Stromleitungen gibt es hier kaum, was in anderen Gebieten Polens leider ganz anders aussieht. Anwohner erzählen uns, dass man hier aber nur sehr selten Störche zu Gesicht bekommt. "Sky" übernachtet wieder auf einem Baum. Unser Lager schlagen wir in 200 Meter Entfernung auf und hören es in der Nacht mehrfach klappern. Am Morgen landen direkt vor uns auf einer Bergwiese 40 Störche, "Sky" ist nicht dabei. Später finden wir ihn auf einer anderen Wiese. Insgesamt sind es 140 Störche, alte Bekannte aus den vorherigen Stationen sind auch dabei. 9.30 Uhr fliegen sie auf. Wo werden sie die nächste Nacht verbringen?


12:00 Uhr - 24. August, Sonnabend

Futtersuche am Morgen

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Polen

In unmittelbarer Nähe zu seinem Schlafbaum suchte "Sky" am Samstagmorgen Futter auf den umliegenden Feldern. Anschließend flog er dann mit weiteren 89 Störchen auf und zog Richtung Süden ab. Auch andere Störche suchten in der Furche der frisch gepflügten Äcker nach Nahrung.

Am Freitagabend sahen wir anhand der GPS-Koordinaten, dass "Sky" in der Nähe von Polska Cerekiew (Groß Neukirch) sein Nachtquartier auf einem Baum in den Feldern genommen hat. Wir hatten ihn am Morgen aufsteigen sehen und vermutet, dass er diesmal eventuell bis an den Rand der Hohen Tatra fliegen würde. Deshalb waren wir durch den starken Freitag-Nachmittag-Verkehr bis Bielska Bialy gefahren. Haben uns dort ein wenig in der Sola, einem Fluß, erfrischt und warteten beim Abendbrot am Ufer auf die SMS von unserem Storch: Polska Cerekiew! So hatten wir uns wieder ein wenig verzockt, denn wir dachten er wäre weiter gekommen.

Tagesflugstrecken von 250 bis 300 Kilometer sind normal, aber auch 400 bis 500 Kilometer sind durchaus möglich. Diese Strecken hängen von den aktuellen Witterungsbedingungen ab. Der Storch als Segelflieger ist darauf angewiesen. "Sky" legte auf dieser Tagesetappe nur 140 Kilometer zurück. Es ging also wieder einmal zurück und kurz vor Mitternacht schlugen wir in den Feldern in Sichtweite des Schlafbaumes unser regelrechtes Feld-Lager auf. Am Morgen bei Sonnenaufgang sahen wir "Sky" dann im Baum stehen. Kurze Zeit später flog er zur Nahrungssuche auf die Felder. Hier waren bereits die ersten Traktoren beim Pflügen - für die Störche eine gute Möglichkeit zum Frühstück. So manche Maus sahen wir im Schlund der Störche verschwinden. Insgesamt zählten wir in diversen Gruppen 90 Störche. Verschiedene Ringablesungen belegen die vornehmliche Herkunft dieser Störche aus Deutschland. Auch unser Jungstorch aus Timkenberg ist wieder dabei.


06:00 Uhr - 23. August, Freitag

Ein Jungstorch aus Timkenberg

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Suchahora, Slowakei

Heute war die Nacht um 3 Uhr zu Ende. Wir hatten gestern Abend wiederum vergeblich auf die Daten von "Sky" gewartet und gegen 23 Uhr genervt aufgegeben - manchmal ist die Movebank eben nicht topaktuell. In der Nacht versuchte ich es noch einmal - diesmal mit Erfolg. "Sky" war noch immer in der Nähe von Swidnica (Schweidnitz) in der Nähe einer Mülldeponie. Wir waren also viel zu weit voraus geeilt. So traten wir also die nächtliche Fahrt zurück an. Kurz nach Sonnenaufgang waren wir vor Ort. Und wirklich - auf einem Stoppelacker steht "Sky" vor uns. Wir sehen die kleine Antenne auf dem Rücken, fast im Gefieder verborgen.  Auch den Ring können wir ablesen. Es sind 15 Störche auf dem Acker. In einer weiteren Gruppe von 18 Störchen finden wir dann noch einen Jungstorch, den wir selbst in Timkenberg in der Sudeniederung beringt haben. Wenn das kein Glück ist. So kann es weitergehen.


08:00 Uhr - 22. August, Donnerstag

In Sichtweite Zakopanes

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Suchahora, Slowakei

Momentan halten sich Helmut Eggers und Steffen Hollerbach am Fuße der Hohen Tatra auf.

Heute übernachten wir an einem sehr schönen Ort am Fuße der Hohen Tatra auf slowakischer Seite, nicht weit vom Wander- und Wintersportort Zakopane entfernt. Hier rasten oft Störche, bevor sie die Berge überfliegen. Gestern haben wir aber nur drei sehen können. Das Wetter war aber auch nicht storchenzugfreundlich - es regnete. Leider hat "Sky" uns auch im Regen stehen lassen, denn er schickte uns wieder keine SMS mit Daten. Das passiert, wenn er sich in einem Funkloch aufhält. Deshalb müssen wir auf die mittäglichen Koordinaten hoffen. "Lübs" und der "Niendorfer" sind immer noch zu Hause. Der "Pretener" ist dagegen bereits in Jordanien und wird bald über den Sinai Afrika erreichen.


06:58 Uhr - 21. August, Mittwoch

Es geht los - Schietwetter in Opole

Helmut Eggers und Steffen Hollerbach aus Polska Cerekiew, Polen

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Am Abend liefen schließlich doch noch drei Störche vor Steffen Hollerbachs Kamera.

Wir stehen mit unserem Fahrzeug auf einem Stoppelacker 40 km südlich von Opole. Die Nacht war etwas unruhig - Starkregen, Gewitter und heftiger Wind. Aber der Reihe nach: Gestern Mittag kamen die Meldungen von den Störchen. Lübs und Niendorfer sind noch zu Hause. Sky funkt aus Südwestpolen in der Nähe von Ilawa. Wie erwartet ist er also losgezogen. Das Auto ist gepackt, es geht los! Da die Daten von 12 Uhr stammten, war Sky schon  auf seiner zweiten Etappe. Wir fahren dorthin, er ist natürlich schon weiter. Von einem polnischen Storchenbetreuer erhalten wir den Tipp, nach Polska Cerekiew zu fahren. Dort sollen täglich viele Störche rasten. Dort stehen wir also nun, es regnet immer noch und bisher sind keine Störche zu sehen!


20:45 Uhr - 19. August, Montag

Richtiges Zugwetter! Koffer packen ist angesagt

Helmut Eggers aus Lübtheen

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Die Spannung steigt! Storchenbetreuer Helmut Eggers und Steffen Hollerbach (v.l.n.r.) sind startklar.

Heute Morgen strahlend blauer Himmel - das ist richtiges Zugwetter! Wird sich also einer unserer Senderstörche auf den Weg machen? Die Sachen für die Expedition mit den Störchen werden also gepackt. Nur nichts vergessen: Neben der Technik für die Datenerfassung und die Optik für die Vor-Ort-Beobachtungen sind es Zelt, Schlafsack, Lebensmittel, Wasser und vieles mehr. Für drei Wochen haben wir geplant. Gegen Mittag steigt die Spannung, nun sollen die Daten kommen, die uns zeigen wo die Störche sind.

Eine kleine Entwarnung: Der Niendorfer Storch ist noch am Nest und den Lübtheener Storch sehe ich hoch über der Stadt segeln. Er scheint seinem späten Nachwuchs Flugunterricht zu erteilen, der ist nämlich auch dabei. Lediglich vom dritten Storch aus Neu Wendischthun kommen  heute ausgerechnet keine Signale! Sollte er sich auf den Weg gemacht haben und in einem Funkloch stecken? Wir wissen es nicht, darum fahren wir heute auch noch nicht los. Wir verschieben die Abfahrt zunächst auf morgen. Unsere vier anderen Senderstörche sind dagegen gut unterwegs. Der letzte von Ihnen hat heute Morgen auch den Bosporus überquert, alle vier sind also schon nicht mehr in Europa. Spitzenreiter ist noch immer der Brutstorch aus Preten. Er erreichte um 10 Uhr schon den Golf von Iskenderun und war zu diesem Zeitpunkt nur noch 40 km von der Grenze zu Syrien entfernt.

Noch geht es nicht los

Im Rahmen eines Naturschutzprojekts sind mehrere Störche in der Sude-Niederung mit Sendern ausgestattet worden. (Archivbild)

Sieben Störche sind besendert, aber noch haben sich nicht alle auf die lange Reise in Richtung Süden gemacht. Während etwa der Storch "Lübs" noch immer zwischen Lübtheen und den Wiesen an der Elbe umherstreift, sind andere bereits zu ihrer beschwerlichen Reise aufgebrochen.

Sückau2 hatte am Sonntag bereits Rumänien erreicht, Besitzer2 war sogar bereits jenseits des Bosporus in der Türkei unterwegs. Hier sind die Daten zu den übrigen GPS-Störchen: Gudow, Pretener, Niendorfer, Sky.

Erläuterung der Karte:

  • das grüne Kreuz zeigt den aktuellen Standort
  • das rote Kreuz den Beringungsort
  • bei den mehrjährigen Senderstörchen (Sky und Gudow) werden auch die Routen aus den Vorjahren angezeigt sowie die Überwinterungsgebiete
  • die Pfeile zeigen die Richtung an  

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.08.2019 | 12:00 Uhr

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