Stand: 31.05.2019 05:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Linke will Zugang zum Lehrer-Beruf erleichtern

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Die Linksfraktion im Landtag will die Hürden für den Lehrer-Beruf in Mecklenburg-Vorpommern senken und dazu die Aufnahmeprüfungen in bestimmten Fächer erleichtern. Grund ist die hohe Durchfallerquote bei angehenden Studenten in den Fächern Musik, Kunst und Sport. Das geht aus einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die dem NDR vorliegt.

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Aufnahmeprüfung ist die Hürde

Danach scheitern viele junge Leute, die Lehrer werden wollen, an der Aufnahmeprüfung - ihre Zahl ist seit 2011 auf 1.300 angewachsen. Im vergangenen Jahr schaffte es im Fach Sport an der Universität Rostock mehr als die Hälfte nicht - genauer 122 Studienanwärter von 216. An der Greifswalder Universität fiel jeder zweite Bewerber, der Kunstlehrer werden wollte, durch den Eingangstest. Besser geworden sind die Quoten dagegen im Fach Musik an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock, aber auch dort scheitert noch immer ein Drittel an der Aufnahmeprüfung.

Linke fordert leichtere Tests

Die Bildungsexpertin der Linken, Simone Oldenburg, ist dafür, angesichts des Lehrermangels die Aufnahmeprüfungen zu erleichtern. Das Land brauche keine Stargeiger als Musiklehrer oder Olympiakader als Sportpädagogen, Kunstlehrer müssten auch nicht Picasso heißen. Talentierte junge Leute dürften durch die Tests nicht vergrault werden. Es sei besser, die Anforderungen anzupassen, als auf Seiteneinstiger ohne Lehrerausbildung zu setzen.

Mangel an geeigneten Bewerbern?

Das Bildungsministerium verzichtet in der Antwort auf eine Bewertung der Zahlen. Aus früheren Angaben ergibt sich, dass viele Lehrer-Studienplätze beispielsweise im Fach Kunst nicht besetzt werden konnten - offenbar aus Mangel an geeigneten Bewerbern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 31.05.2019 | 05:00 Uhr

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