Linke in MV will wieder in die Regierung

Stand: 12.06.2021 17:10 Uhr

Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern will sich auch durch derzeit eher ernüchternde Umfragewerte nicht von ihrem Ziel abbringen lassen: Mit einem "Zukunftsprogramm" für Mecklenburg-Vorpommern nimmt sie Kurs auf den Landtagswahlkampf.

Die Linke will nach 15 Jahren in der Opposition zurück in die Regierung und für Veränderungen sorgen. Die Parteispitze gab sich auf dem Landesparteitag am Sonnabend in Rostock kämpferisch. "Stehen wir auf für ein Mecklenburg-Vorpommern, das mit uns gerechter, liebenswerter und lebenwerter wird", sagte Fraktionschefin und Spitzenkandidatin Simone Oldenburg. "Stehen wir auf für ein Mecklenburg-Vorpommern mit links." Für ihre Rede gab es fü Oldenburg viel Applaus und stehende Ovationen. Die Corona-Krise habe den Menschen viel abverlangt und die Defizite im aktuellen Regierungshandeln der SPD/CDU-Koalition offengelegt. "In dieser Situation bräuchte es eine Regierung der Tatkraft", sagte Landesparteichefin Wenke Brüdgam.

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Nicht "schickimicki", sondern sozial gerecht

"Die Linke ist in dieser historisch beispiellosen Krise diszipliniert und solidarisch, besonnen und entschlossen. Es geht um die Zukunft unserers Landes", so Brüdgam weiter. Die Politik der Linken sei nicht überheblich und nicht "schickimicki", sondern sozial gerecht. Ein Schwerpunkt des Wahlprogramms der Linken, das am Nachmittag beschlossen wurde, sind gute Lohne und Gehälter: "Solange ein Koch in Bayern für weniger Arbeitsstunden 1.000 Euro monatlich mehr verdient als bei uns, solange lohnt es sich nicht, hierzubleiben. Unser Land muss ein Land werden, aus dem niemand mehr wegziehen muss, um ein gutes Leben zu haben", erklärte Oldenburg.

Oldenburg: Kinder als Corona-Verlierer

Ganz oben aber steht das Thema Bildung. Es gebe zu viele marode Klassen, zu wenig Lehrer, jedes dritte Kind im Land sei von Armut betroffen. Die Kinder seien die Verlierer der Corona-Krise: "Kinder, deren Magen knurrt, weil ihre Eltern kurz über der Einkommensgrenze leben. Diese Grenze grenzt sie aus. Sie gehen leer aus." Es gebe Dutzende Schulen, an denen nicht einmal ein Mittagessen angeboten werde, so Oldenburg.

Seitenhiebe auf CDU und Grüne

In der Generaldebatte vor etwas mehr als 80 anwesenden Deligierten in der Rostocker Stadthalle durften die üblichen Seitenhiebe auf die anderen Parteien nicht fehlen. "Wir sagen: Leute, macht die Augen auf! Die CDU vertritt einzig und allein die interessen der Großkonzerne und der Superreichen, wenn nicht ihrer eigenen", sagte der Landtagsabgeordnete Torsten Koplin. Alles andere sei Maskerade. "Wir haben allen Grund, Attacke zu reiten. zum Beipsiel gegenüber den Grünen, die sich wie Robert Habeck jüngst für Kriegslieferungen stark machen", so Koplin weiter.

Schwache Umfragewerte

In Mecklenburg-Vorpommern wird am 26. September der Landtag neu gewählt. Jüngsten Umfragen zufolge käme die Linke im Nordosten auf 11 Prozent. Das wären noch einmal weniger Wählerstimmen als 2016, als die Partei mit 13,2 Prozent ihr bislang schlechtestes Wahlergebnis verzeichnete. Laut Umfrage hätte eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken eine knappe Mehrheit im künftigen Parlament.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.06.2021 | 13:00 Uhr

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