Stand: 19.06.2019 17:17 Uhr

Letzte Hürden für "Fusion Festival" beseitigt

Am 27. Juni beginnt das "Fusion Festival" in Lärz. Die Veranstalter rechnen mit rund 70.000 Gästen.

Eine Woche vor Beginn des Musik- und Kulturfestival "Fusion" in Lärz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sind nach Angaben von Behörden und dem Veranstalter letzte Hürden beseitigt worden. Der Streit mit der Polizei um die Genehmigung des Festivals, der überregional für Schlagzeilen gesorgt hatte, ist beigelegt.

Polizisten beziehen am Montag Station im Bürgerhaus

Bereits am kommenden Montag beziehen erste Polizisten im Bürgerhaus von Lärz Station. Später wird in unmittelbarer Nähe des Festivalgeländes ein Container für die Beamten aufgestellt. Geplant ist zudem - wie in den Jahren zuvor - eine Koordinierungsgruppe aufzustellen. Sie besteht aus Vertretern des Ordnungsamtes, der Sicherheits- und Rettungsdienste, der Polizei und der Feuerwehr, so der Bürgermeister von Röbel, Andreas Sprick. Die Gruppe soll jeden Morgen die Lage auf dem Festival neu einschätzen.

Veranstalter sind zuversichtlich

Vom Veranstalter-Verein hieß es, alles sei auf einem guten Weg, da die Polizei auf Transparenz und Deeskalation setze. Hauptpunkt des Streits war die von der Polizei geforderte, permanente Station auf dem Festival-Gelände. Die Veranstalter lehnten das ab. Beim Fusion-Festival werden rund 70.000 Gäste erwartet. Geplant sind mehrere Konzerte, Theaterauftritte, Installationen und Gespräche. Von kommendem Dienstag an rechnet die Polizei mit verstärktem Anreiseverkehr.

Polizeikonzept war Auslöser des Streits

Den Streit ins Rollen hatte eine Recherche von "Zeit Online" gebracht, bei der bekannt geworden war, dass in einem Einsatzkonzept des Polizeipräsidiums Neubrandenburgs zeitweise der Einsatz von schwerem Gerät wie Wasserwerfer und Räumpanzer in Betracht gezogen worden war. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums hatte anschließend die Existenz eines solchen Papiers bestätigt, aber erklärt, dass es sich dabei um "ein überholtes Konzept" gehandelt habe. Später hatte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) eine Einigung in Aussicht gestellt. Er erklärte, es werde weder anlasslose Polizeistreifen noch eine Polizeiwache auf dem umzäunten Festivalgelände geben.

Politik und Gesellschaft unterstützten Veranstalter

Das Festival hatte im Verlauf der Debatte breite Unterstützung aus Politik und Gesellschaft bekommen. Eine Petition der Organisatoren "Für die Freiheit von Kunst und Kultur" und "Gegen anlasslose Polizeipräsenz auf friedlichen Kulturveranstaltungen" unterzeichneten mehr als 138.000 Personen und Organisationen. Außerdem wurde bekannt, dass sich unter anderem Spitzenpolitiker der Grünen in einem offenen Brief an Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wandten. Neben der Initiatorin Claudia Müller unterzeichneten unter anderem Annalena Baerbock, Robert Habeck, Cem Özdemir und Jürgen Trittin für den Appell. In dem Schreiben forderten sie unter anderem einen "angemessenen und tragbaren Kompromiss zwischen den Veranstalter*innen und der Polizei".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 19.06.2019 | 16:00 Uhr

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