Stand: 11.08.2016 19:05 Uhr

Leichenfund in Alt Rehse: Haftbefehl erlassen

Am Mittwoch durchsuchten Ermittler das Haus, in dem die Tote gefunden wurde.

Einen Tag nach dem Fund einer verwesten Leiche in Alt Rehse (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) hat das Amtsgericht Neubrandenburg Haftbefehl gegen einen 51-Jährigen erlassen. In dem Haus des Mannes war am Dienstag der Leichnam einer Frau entdeckt worden. Dem Beschuldigten werde Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, Beatrix Komning, am Mittwochabend.

Keine Angaben zur Identität der Toten

Eine Obduktion hatte am Mittwoch ergeben, dass es sich bei dem Leichnam um den einer Frau handelt. Wegen der starken Verwesung ist es offenbar schwierig festzustellen, wie und wann die Frau ums Leben gekommen ist. Auch wer die Frau gewesen ist, versuchen die Ermittler herauszufinden. Weitergehende rechtsmedizinische Untersuchungen stünden an, hieß es. Die Identität der Toten soll mit Hilfe eines DNA-Vergleiches geklärt werden. Zu Spekulationen in sozialen Netzwerken, dass es sich um eine 32-jährige Frau aus Alt Rehse handeln soll, wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Der Mann habe vermutlich seit 2015 zeitweise mit einer jungen Frau zusammengelebt, berichteten Anwohner der dpa. Diese soll zuletzt aber wochenlang nicht mehr gesehen worden sein.

Polizisten entdecken Leiche durch Zufall

Polizisten hatten den grausigen Fund am Dienstag durch Zufall im Haus des 51-Jährigen gemacht. Die Beamten waren eigentlich wegen Ruhestörung gerufen worden. Zu dem Fund habe er sich noch nicht geäußert, hieß es am Mittwochnachmittag von der Staatsanwaltschaft.

Dorfbewohner beschreiben Hausbesitzer als Sonderling

Der 51-Jährige soll aus dem Raum Stuttgart stammen und war 2007 nach Alt Rehse gekommen. Dort wollte er sich dem alternativen Wohnprojekt Lebenspark Tollense anschließen, sei von den Betreibern aber abgelehnt worden, sagten Anwohner. Im Internet habe der Mann teils diffuse Äußerungen über das gescheiterte alternative Wohnkonzept verbreitet. In dem 360-Einwohner-Ort war bekannt, dass der Computerfachmann oft Nachbarn mit Musiklärm nervte und sich sonderlich verhielt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.08.2016 | 18:40 Uhr

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