Stand: 09.08.2019 05:00 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Lehrer leisten immer mehr Überstunden

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Vor allem die Lehrer an Regionalschulen mussten zuletzt mehr unterrichten. (Symbolbild)

Lehrer an den öffentlichen Schulen in Mecklenburg-Vorpommern müssen immer mehr Überstunden leisten. Die Mehrarbeit ist zuletzt um zehn Prozent gestiegen. Das geht aus der jüngsten Unterrichtsstatistik des Bildungsministeriums hervor. Demnach haben die Lehrer allein im ersten Halbjahr 2018/2019 rund 77.000 Überstunden erbracht, das sind 7.000 mehr als im Vergleichszeitraum im Jahr zuvor. Besonders ausgeprägt ist die Lage an den Regionalschulen, hier sind die Zahlen um fast 20 Prozent gestiegen.

Linke: Überlastung der Lehrer muss aufhören

Die Bildungsexpertin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, meint, das Maß des Möglichen sei überschritten. Das Bildungsministerium müsse aufhören, Lehrer zu überlasten und ihnen wegen des Lehrermangels immer mehr Überstunden aufzuhalsen. Mehrarbeit sei zwar "selbstverständlich nötig", die aber müsse den Lehrern auf Arbeitszeitkonten gutgeschrieben werden, damit sie für die Betroffenen nicht verloren gingen. So könnten sie Stunden ansparen, "um früher in die Rente zu gehen". In Mecklenburg-Vorpommern unterrichten Vollzeit-Lehrer 27 Unterrichtsstunden - die Vor- und Nachbereitung ist dabei nicht berücksichtigt.

Auch Gewerkschaft fordert Arbeitszeitkonten

Auch die Bildungsgewerkschaft GEW macht sich für Arbeitszeitkonten stark - die Forderung ist Teil des im Sommer vorgestellten Personalentwicklungskonzepts. Wenn Stunden nicht angespart werden könnten, dann müsse die vorgesehene Vergütung mit steigenden Mehrarbeitstunden nach oben. Eine Gewerkschaftssprecherin erklärte, man habe das Problem im Blick und werde die Lage bewerten, wenn die Zahlen für das gesamte vergangenen Schuljahr vorlägen.

Hohes Durchschnittsalter, häufigere Krankmeldungen

Das zuständige Bildungsministerium teilte auf Anfrage mit, ein Hauptgrund für die Mehrarbeit sei das hohe Durchschnittsalter der Lehrer, das häufiger zu Krankmeldungen führe. Der Unterricht müsse dann von anderen übernommen werden. "Wir danken den Lehrerinnen und Lehrern, die für ihre Kolleginnen und Kollegen einspringen und damit Unterrichtsausfall verhindern", heißt es in der Stellungnahme. Die Landesregierung arbeite weiter an der Einführung von Arbeitszeitkonten - darauf hatten sich SPD und CDU in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt. Der ist mittlerweile seit fast drei Jahren in Kraft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.08.2019 | 05:00 Uhr

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