Stand: 01.11.2018 18:00 Uhr

Lebt ein Wolfsrudel im Umland von Schwerin?

Im Umland von Schwerin hat sich möglicherweise ein Wolfsrudel angesiedelt. Ein Jäger hatte mit einer Infrarot-Kamera in seinem Revier bei Godern - rund acht Kilometer Luftlinie von Schwerin entfernt - zwei junge Wölfe gefilmt. Mitarbeiter des zuständigen Forstamtes Gädebehn bestätigten NDR 1 Radio MV, dass es sich zweifelsfrei um junge Wölfe handle. Erst Anfang Oktober hatte es Hinweise auf eine Wolfsansiedlung im Umland von Rostock gegeben.

Ein Jäger machte diese Filmaufnahmen mit Wölfen bei Godern in der Nähe von Schwerin. © privat Foto: privat

Jäger filmt zwei mutmaßliche Wölfe nahe Schwerin

Ein Jäger hat zwei mutmaßliche Wölfe dabei gefilmt, wie sie nachts über ein Feld in der Nähe von Schwerin ziehen.

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Gehören die Wölfe zu einem Rudel?

Die Tiere auf den Bildern aus Godern weisen demnach eine Schulterhöhe von rund 50 Zentimetern auf. Bei erwachsenen Tieren beträgt die Schulterhöhe etwa 80 Zentimeter. Die Forstleute vermuten, dass die Tiere im Herbst vergangenen Jahres geboren wurden und damit noch nicht einmal ein Jahr alt sind. Außerdem halten sie es für wahrscheinlich, dass die jungen Wölfe zu einem Rudel gehören. Dafür spreche, dass die jungen Tiere in diesem Alter normalerweise noch in der Gruppe leben. Erst später würden sie von den Eltern "weggebissen" und sich eigene Jagdgebiete suchen.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Forstleute berichten von weiteren Sichtungen in der Nähe

Außerdem berichteten die Forstamtsmitarbeiter davon, am Pinnower Kieswerk - rund fünf Kilometer entfernt - erwachsene Wölfe gesichtet zu haben. Zudem hätten sie Anfang September drei Jungwölfe im Karzer Holz bei Dabel erspäht. Ob es sich dabei um dieselben Tiere handelt, ist unklar. Für Menschen besteht nach Angaben von Experten durch Wölfe keine akute Gefahr. Die Tiere seien normalerweise sehr scheu und jagten meist in der Nacht jagen.

Nach erneutem Wolfsriss: Tierhalter fordern Gesetzesänderung

Derweil hat ein am Mittwoch bekannt gewordener Vorfall mit Wölfen die Diskussion über den Schutzstatus des Tieres erneut angefacht. Landesbauernverband und Landesschafzuchtverband erneuerten ihre Forderung nach einer Gesetzesänderung, nachdem Wölfe bei Woosmer (Landkreis Ludwigslust-Parchim) 34 Schafe gerissen hatten. "Der Schutzstatus des Wolfes muss von 'streng geschützt' auf 'geschützt' zurückgeführt werden", sagte der Vizepräsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Manfred Leberecht. Der Bund müsse jetzt reagieren. Auffällige Wölfe müssten auf einer einheitlichen Rechtsgrundlage geschossen werden dürfen.

Tote Schafe auf einem Lieferwagen.

34 Schafe von Wolfsrudel gerissen

Nordmagazin -

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim hat ein Wolfsrudel 34 Schafe gerissen. Mindestens elf weitere Tiere der Herde wurden bei dem Angriff verletzt.

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"Immer wieder ein Schock für Tierhalter"

Nach Angaben von Jürgen Lückhoff, dem Vorsitzenden des Landesschaf- und Ziegenzuchtverbandes, geht es nicht nur um den finanziellen Schaden. "Es ist immer wieder ein Schock für die Tierhalter, wenn sie morgens auf der Weide die toten oder schwer verletzten Tiere finden, die dann getötet werden müssen." Die jüngste Wolfsattacke bei Woosmer galt laut Agrarministerium einer Herde von Mutterschafen. Neben den 34 getöteten Tieren wurden mindestens 13 weitere Schafe bei dem Angriff in der Nacht zum Mittwoch auf einer Weide nahe des Flusses Rögnitz verletzt. Einige der rund 600 Tiere würden noch vermisst, hieß es.

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Ein Gutachter habe demnach bestätigt, dass es sich um einen Wolfsangriff handelte. In der Region sind zwei Wolfs-Ansiedlungen nachgewiesen. Laut dem Ministerium kommt neben dem Kallißer Rudel auch ein im Amt Neuhaus ansässiges Wolfspaar als Angreifer in Betracht. Die Herde war vorschriftsmäßig eingezäunt und wurde von Herdenschutzhunden bewacht. Offenbar hatte ein Teil der Schafe in Panik den Zaun niedergedrückt und war ausgebrochen. Die Untersuchungen dauern noch an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.11.2018 | 17:10 Uhr

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