Stand: 11.10.2018 14:58 Uhr

Versuchter Doppelmord: Fast zehn Jahre Haft gefordert

Im Prozess um den zweifachen Mordversuch im Mai in einem Dönerlokal in Neubrandenburg hat die Staatsanwaltschaft eine lange Haftstrafe für den Beschuldigten gefordert. Nach Meinung der Anklage soll der 29-Jährige für fast zehn Jahre hinter Gitter.

Verteidigung plädiert für geringeres Strafmaß

Die Verteidigung plädierte für eine mildere Bestrafung, ohne jedoch ein konkretes Strafmaß zu nennen. Sein Mandant habe die Opfer nicht töten wollen, hieß es. Die Nebenkläger forderten zwölf Jahre und lebenslängliche Haft.

Beschuldigter legte Geständnis ab

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Asylbewerber aus der Türkei zweifachen versuchten Mord vor. Der Mann hatte vor Gericht gestanden, mit einem langen Messer am 18. Mai vor einem Döner-Imbiss in Neubrandenburg von hinten auf einen 31-jährigen deutsch-türkischen Bekannten und dessen deutsche Ex-Freundin eingestochen zu haben. Als Motiv gab er Eifersucht an. Während des Prozesses wurde bekannt, dass der mutmaßliche Täter eine Scheinehe eingehen wollte und die Trennung nicht verkraftete.

Notoperationen retteten Leben der Opfer

Die beiden Opfer überlebten dank Notoperationen. Beide Messerattacken seien nur durch Zufall nicht tödlich gewesen, erklärte ein Gerichtsmediziner, der am Donnerstag Details der Verletzungen schilderte.

Zuschauer bedroht Angeklagten

Die Verhandlung musste am Donnerstag zwischenzeitlich unterbrochen werden, weil ein Zuschauer den Angeklagten bedrohte. Der Zuschauer erklärte, sein Neffe sei bei dem Vorfall verletzt worden, deshalb werde er den Angeklagten genauso verletzen, wie dieser seinen Neffen lebensgefährlich verletzt habe, übersetzte der Dolmetscher die Drohung. Richter Jochen Unterlöhner unterbrach daraufhin die Verhandlung. Nach einer Beratung verkündete er, dass der Zuschauer künftig kein Wort mehr sagen dürfe, sonst werde er aus dem Saal entfernt.

Opfer: "Schon vorher handgreiflich geworden"

Der Beschuldigte war knapp acht Monate mit der 38 Jahre alten Frau liiert gewesen. Als er die Frau mit dem anderen Mann sah, habe er sich vergessen, berichtete der 29-Jährige vor Gericht. Er sei schon vorher des öfteren handgreiflich geworden sein, erklärte das Opfer. So soll er die Frau zum Beispiel mit einer Flasche am Kopf verletzt haben.

Mit Not-Op gerettet

Durch die Messerattacke wurden beide Opfer lebensgefährlich verletzt und konnten nur durch Notoperationen gerettet werden. Der Beschuldigte, der aus dem Kreis Teltow-Fläming bei Berlin kommt, war nach der Tat geflüchtet und wurde bei Bekannten in Neubrandenburg gefasst. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Asylantrag des Angeklagten abgelehnt

Im Zuge der Ermittlungen wurde außerdem bekannt, dass sein Asylantrag abgelehnt worden war. Ein Urteil wird vor dem Landgericht am kommenden Montag erwartet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.10.2018 | 16:10 Uhr

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