Stand: 04.06.2020 09:26 Uhr

Landwirtschaft hautnah: Führung auf dem Storchenhof

Hofführung auf dem Storchenhof der Familie Sauer in Reinstorf bei Wismar. © ndr.de Foto: Franziska Drewes
Angusrinder und Ueckermärker werden auf dem Storchenhof gehalten.

Von der Streuobstwiese ist das Krähen eines Hahnes zu hören. Unter den Kirsch-, Apfel- und Pflaumenbäumen scharren gackernde Hühner im Sand. 320 sind es. "Sie haben das ganze Jahr über Auslauf, auch im Winter", erklärt Björn Sauer. Der Juniorchef des Storchenhofs in Reinstorf bei Wismar ist in seinem Element. Er lebt und liebt den Beruf des Landwirts. Etwa 40 Gäste sind zu ihm zu einer Hofführung gekommen und hören ihm aufmerksam zu, als er von seinen Plänen für ein Vordach erzählt, das er für die Hühner bauen will - wegen der Wetterkapriolen im Winter. Denn die Hühner bleiben bei Regenwetter lieber drinnen.

Ersatz für den "Tag des offenen Hofes"

Sauer hat sich vom Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg zu der Veranstaltung inspirieren lassen. Denn der übliche landesweite "Tag des offenen Hofes" muss dieses Jahr wegen der Corona-Einschränkungen ausfallen. Der Kreisbauernverband organisiert deshalb in seiner Region Hofführungen für Einheimische und Touristen.  Ackerbau, Tierhaltung und Zucht - bis Mitte August können auch große Betriebe mit über 1.000 Milchkühen und kleine Ökobetriebe besichtigt werden. In den anderen Kreisen des Landes finden in diesem Jahr keine ähnlichen Veranstaltungen statt.

Enten und Gänse auf der Streuobstwiese

Die Familie Sauer hält auf dem Storchenhof Rinder und Geflügel in bäuerlicher Landwirtschaft. Einer der Zuhörer bei der Hofführung ist Wolfhart Burba aus Wismar. Er hat seinen knapp zweijährigen Enkel Matthes mitgebracht. "Er muss doch wissen, wo die Eier herkommen und das Huhn", sagt der Großvater. Mit den Hühnern leben Enten und Gänse auf der Streuobstwiese. Alle Küken kommen aus einer Brüterei in Niedersachsen, erzählt Deborah Schröder, Partnerin des Juniorchefs. "Die haben LKW nach neuester Technik, in denen die Küken Luft- und Wasserzufuhr haben. Das heißt, hier kommen alle Küken lebend an und fit. Im modernen Kuhstall kauen 132 Angusrinder und Uckermärker auf Stroh und Kleegras herum. 1,2 Millionen Euro hat der Neubau gekostet. Es ist der ganze Stolz von Junglandwirt Björn Sauer. "Das ist eine große Investition für die nächsten 50 Jahre. Was auch wieder zeigt, dass wir daran glauben. Denn die Banken müssen jeden Monat bedient werden. Und das ist gerade jetzt zu Corona-Zeiten, wo wir auf die Bevölkerung angewiesen sind, nicht so einfach."

"Nachwuchs mit Herzblut ausbilden"

Was auf dem Storchenhof im Stall steht, wurde bislang nur über den Hofladen vermarktet. Alle Tiere werden auf dem Hof geschlachtet und verarbeitet. In diesem Jahr übernimmt der 25-jährige Juniorchef zusammen mit seiner Freundin den Hof seiner Eltern. Derzeit macht Björn Sauer seinen Meister. Künftig will er den Berufsnachwuchs ausbilden. Zwar würden durch die Technologisierung in der Landwirtschaft immer weniger Arbeitskräfte gebraucht. "Aber denen, die das noch machen möchten, denen wollen wir das mit so viel Energie und Herzblut beibringen, dass sie ihren Lebtag nichts anderes mehr machen möchten", verspricht Sauer.

Hofführungen an der Ostsee

10. Juni: Hof Mann, Steinbeck
17. Juni: Güter Brook & Christinenfeld, Brook
8. Juli: Hof Mann, Steinbeck
15. Juli: Betriebsgemeinschaft Zierow, Zierow
25. Juli: AG Brüsewitz, Brüsewitz
5. August: Hof Mann, Steinbeck
12. August: Güter Brook & Christinenfeld
19. August: Betriebsgemeinschaft Zierow

 

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.06.2020 | 13:00 Uhr

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