Stand: 13.10.2018 18:51 Uhr

Kein Regen in Sicht: Landwirte beklagen Trockenheit

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Der ungewöhnlich warme Oktober setzt den Wettertrend des vergangenen halben Jahres fort - ergiebiger Regen ist nicht in Sicht.

Das anhaltend schöne Oktoberwetter bereitet der Land- und Forstwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend Sorge. Der Präsident des Landesbauernverbandes Detlef Kurreck klagt vor allem über die Trockenheit.

Kurrek: Die Natur braucht Regen

Wir brauchen dringend ausgiebiegen Regen, sagte Kurrek der Nachrichtenagentur DPA. Zwar seien die Neusaaten aufgegangen, aber der gesamte Unterboden sei knochentrocken, die Pflanzen hätten Stress. Er befürchtet wegen des anhaltend schönen Wetters gravierende Folgen für die Forst- und Landwirtschaft im Nordosten. Hinzu kommt laut Kurrek, dass der teils starke und warme Wind die verbliebene Feuchtigkeit aus dem Boden saugt.

Schädlinge mögen die Wärme

Ein weiteres Problem der anhaltend warmen Temperaturen ist, dass auch Schädlinge wie zum Beispiel der Borkenkäfer länger aktiv bleiben. Die nur wenige Millimeter großen Tierchen haben, treten sie in Massen auf, verheerende Wirkung auf Wälder. Lange trockene Sommer bieten den idealen Nährboden für einen starken Anstieg der Population.

Kein Dauerregen in Sicht

Hoffnungen auf baldigen Regen kann Stefan Kreibohm vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee den Land- und Forstwirten nicht machen. Bis Mitte kommender Woche sei nichts in Sicht, so Kreibohm. Damit setze sich die Entwicklung des vergangenen halben Jahres fort. Laut Kreibohm ist die lange Trockenheit ein Indiz für den Klimawandel.

Seen und Flüsse haben Niedrigwasser

Die Pegel an Elbe und Oder haben historische Tiefstände. Um bis zu einen Meter sind die Pegel im Vergleich zum Frühjahr dieses Jahres gesunken. Die Elbe bei Dömitz hatte in diesem Sommer mit vier Zentimetern den bisher niedrigsten Wasserstand erreicht. Derzeit sind es 22 Zentimeter, Schiffe können dort seit Monaten nicht fahren. Auch die Müritz hat wenig Wasser. Dort beträgt der Pegelstand 1,59 Meter - Tendenz weiter fallend.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.10.2018 | 19:00 Uhr

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