Landwirte in MV rechnen mit durchschnittlicher Ernte

Stand: 27.07.2021 15:04 Uhr

Die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern rechnen in diesem Sommer mit einer durchschnittlichen Getreide- und Rapsernte. Die Preise seien allerdings auf einem hohen Niveau.

"Im Schnitt wurden etwa 70 Dezitonnen Gerste pro Hektar geerntet", sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Detlef Kurreck, am Dienstag bei Gültz (Mecklenburgische Seenplatte). Es gebe aber große Unterschiede zwischen guten Böden im Westen und Norden und trockenen und sandigen Standorten im Süden und Osten des Landes. Zudem sei der Juni heiß und trocken gewesen. "Das hat die guten Ertragserwartungen auch auf den besten Standorten gedämpft." Auch habe die Hitze sich negativ auf die Kornqualität ausgewirkt.

Höhere Preise durch Extremwetter

Auch wenn die Ernteerwartung nur durchschnittlich ist, können die Landwirte jedoch mit vergleichsweise hohen Preisen für ihre Produkte rechnen. "Man muss sagen, dass wir auf dem deutschen Markt von der Misere unserer westdeutschen Kollegen profitieren", erläuterte Kurreck. Das Extremwetter dort habe zu einem Preisanstieg geführt. Die Preise für Raps, Weizen und Gerste seien ohnehin schon weltweit auf hohem Niveau, weil in Kanada Brände viel Getreide vernichtet hätten und China viel Getreide und Nahrungsmittel aufkaufe.

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Regional deutliche Unterschiede

Unklar sei noch, wie sich die seit Ende 2020 geltende neue Düngemittelverordnung auf die Erträge auswirke. Seitdem dürfen Bauern in einigen Regionen nur noch 80 Prozent dessen an Stickstoff düngen, was sie vorher den Pflanzen gaben. "Wir haben Standorte, wo wir 78 Dezitonnen Gerste pro Hektar vom Feld geholt haben und andere sogenannte Rote Gebiete, wo es nur 72 Dezitonnen pro Hektar waren", erklärte Kurreck. Ob dies an der geringeren Düngung oder an Wetter-Einflüssen lag, sei aber noch nicht klar. Es könne sei, dass sich der Stickstoffmangel zuerst bei der Qualität der Früchte bemerkbar macht.

Winterweizen auf 300.000 Hektar Anbaufläche

Einige Bauern bauen den Angaben nach inzwischen deutlich mehr Früchte an als bisher. Der Winterweizen ist dennoch mit rund 300.000 Hektar das wichtigste Ernteerzeugnis im Nordosten. Danach kommen Raps (174.000 Hektar), Gerste (134.000 Hektar) und Roggen mit 68.000 Hektar Anbaufläche. Mit 158.000 Hektar nimmt auch der Mais, der erst im Herbst gehäckselt wird, eine große Fläche ein. Die Agrar- und Ernährungswirtschaft gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Nordosten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Landfunk | 27.07.2021 | 14:04 Uhr

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