Stand: 10.12.2018 11:16 Uhr

Landwirte besorgt über Eugal-Pipeline

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Vorpommersche Landwirte befürchten Boden-Schäden durch die Verlegung der Eugal-Pipeline. (Archivbild)

Der Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 geht voran, doch nicht nur in der Ostsee wird gebuddelt. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald laufen die Arbeiten für die Eugal-Gaspipeline. Durch sie soll das in Lubmin ankommende Gas weiter bis zur tschechischen Grenze geleitet werden. Stapel mit Hunderten dicker Rohre liegen bereits entlang des Teilstücks zwischen Lubmin bis zur Landesgrenze nach Brandenburg. In den nächsten zwei Jahren sollen sie 2,50 Meter tief in die Erde verlegt werden - auch über die Felder von 30 Landwirtschaftsbetrieben. Das bereitet den betroffenen Landwirten Sorgen.

Teilweise wächst nichts mehr

Die Landwirte haben den Bau der Nord-Stream-1-Pipeline und der Festlandleitung Opal noch nicht vergessen. Die Eugal-Pipeline soll parallel zur Opal-Leitung verlegt werden. Die Landwirte beklagen, dass auf der seinerzeit wieder aufgeschütteten Erde bis heute teilweise nichts mehr wachse. Denn beim Bau sei Boden zu stark verdichtet, Drainagerohre zerstört und auch die ursprüngliche Muttererde nicht oben wieder aufgeschüttet worden, sagte Frank Westphal von der Agrar-Genossenschaft Jatznick: "Einige Schäden sind im Nachhinein auch schlecht reguliert worden. Wir wollen mit dem Bauernverband an einem Strang ziehen, um diese Probleme zu lösen."

Gespräche zwischen Gascade und Landwirten

Der Bauernverband Uecker-Randow hat deshalb betroffene Landwirte und einen Mitarbeiter des Kasseler Unternehmens Gascade zu Gesprächen eingeladen. Diese Firma soll die Gasleitung von Lubmin bis zur tschechischen Grenze verlegen. Gascade-Mitarbeiter Holger Hübert sagte, dass diesmal ein moderneres Montageverfahren zur Anwendung komme als bei der ersten Gasleitung.

Bodenkundler sollen Bau begleiten

Bei diesem Verfahren würden die einzelnen Bodenschichten nicht vermischt, sondern in der ursprünglichen Reihenfolge wieder aufgetragen. Anders als bei der ersten Leitung sollen bodenkundliche Baubegleiter die Bauarbeiten dokumentieren, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls es zu Bodenschäden kommen sollte. An sie sollen sich die Landwirte auch später noch wenden können.

"Es bleibt keiner auf seinem Schaden sitzen"

Gascade hatte die Durchleitungsrechte erworben und bezahlt dafür. Über die genauen Summen wollte sich niemand äußern. Folgeschäden bei der ersten Leitung wurden bislang nur ein einziges Mal ausgeglichen. Das soll jetzt anders geregelt werden, sagte Hübert: "Es bleibt keiner auf seinem Schaden sitzen. Schäden, sollten sie denn auftreten, werden auch nach zehn oder 20 Jahren noch entschädigt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.12.2018 | 12:00 Uhr

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