Ein Mastschwein steht in seinem Stall. © picture alliance/Andreas Arnold/dpa Foto: Andreas Arnold

Landwirt aus Vorpommern wegen Bio-Betruges verurteilt

Stand: 28.09.2021 15:40 Uhr

Vor dem Landgericht Schwerin wurde das Urteil gegen einen Landwirt aus Leopoldshagen (Kreis Vorpommern-Greifswald) gesprochen. Weil er konventionell aufgezogene Schweine angekauft und als Bio-Schweine weiterverkauft hatte, haben die Richter ihn zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Ein Landwirt aus der Nähe von Anklam im Kreis Vorpommern-Greifswald bot über zwei Jahre konventionelle Schweine als Bio-Fleisch an. Dafür haben ihn die Richter am Landgericht Schwerin wegen Betrugs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Richter sprechen von skrupellosem Vorgehen

Vor Gericht sagte der Mann, der Hof sei hoch verschuldet gewesen. Deshalb seien sein Vater und er auf die Idee gekommen, normales Fleisch als Bio-Fleisch zu verkaufen. Das Gericht warf dem Landwirt rund 70 Verkäufe vor, bei denen er 865.000 Euro mehr verdient hatte. Er war laut der Richter teilweise so skrupellos, dass er am gleichen Tag konventionelle Schweine gekauft und Stunden später als Bio-Schweine verkauft hat. Allerdings wird dieses Geld jetzt vom Staat eingezogen.

Geschädigte waren die Endkunden

Ob Kunden den Betrug gemerkt haben, blieb im Prozess offen. Der Angeklagte sagte, man hätte es an den Ohr-Marken der Tiere sehen können, dass die Schweine nicht aus seinem Betrieb, sondern aus Brandenburg stammten. Außerdem seien die meisten Schweine kupiert gewesen, das heißt, die Schwänze waren abgetrennt. In Bio-Anlagen ist das keine übliche Praxis. Die Käufer sagten dagegen, der Angeklagte habe regelmäßig Bio-Zertifikate vorgelegt. Insofern habe keiner Verdacht geschöpft. Andererseits sei die Nachfrage nach Bio-Fleisch so hoch gewesen, da hätten die Kunden jeden Lieferanten genommen. Am Ende haben die Käufer den falschen Preis auch nur weitergegeben. Der Geschädigte war der Kunde an der Fleischtheke.

Hof wurde aufgegeben

Der Landwirt hatte im Zuge des Prozesses ein Geständnis abgelegt. Daraufhin hatte das Gericht ihm eine Bewährungsstafe in Aussicht gestellt. Ob er und sein Verteidiger das Urteil akzeptieren, ließen sie vorerst offen. Den Hof hat der 40-Jährige inzwischen aufgegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.09.2021 | 16:00 Uhr

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