Stand: 28.10.2019 12:09 Uhr

Wahl in Thüringen: So reagieren die Parteien in MV

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Nach der Landtagswahl in Thüringen könnte die Regierungsbildung schwierig werden. (Themenbild)

Die Linkspartei von Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die Landtagswahl in Thüringen gewonnen. Laut vorläufigem Endergebnis kommt die Linke auf 31 Prozent der Stimmen. Zweitstärkste Kraft wird die AfD, die ihr Ergebnis auf 23,4 Prozent verdoppelt. Platz drei erreicht die CDU mit 21,8 Prozent der Stimmen. Die Grünen kommen auf 5,2 und die FDP auf 5,0 Prozent. Es ist das erste Mal, dass die Linke in einem Bundesland stärkste Kraft ist. Gewonnen haben bei der Landtagswahl in Thüringen demnach ausschließlich Linke und AfD. Die anderen Parteien haben mehr oder weniger verloren. Entsprechend fallen die Reaktionen in Schwerin aus.

Prof. Wolfgang Muno

Wahl in Thüringen: Was bedeuten die Ergebnisse?

Nordmagazin -

Die Linke ist die große Gewinnerin bei der Landtagswahl in Thüringen, die AfD legt zu. Politikwissenschaftler Wolfgang Muno von der Uni Rostock im Gespräch.

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Linke fühlen sich im Kurs bestätigt

Das Wahlergebnis in Thüringen hat bei den Linken und der AfD im Nordosten für große Zustimmung gesorgt. So sagten die Vorsitzenden der Nordost-Linken, Wenke Brüdgam und Torsten Koplin, dass ihre Partei in Erfurt über die gesamte vergangene Wahlperiode hinweg sehr pragmatisch und glaubwürdig linke Politik für soziale Gerechtigkeit, gute Bildung und erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung gemacht habe. Das Vertrauen zu Ministerpräsident Bodo Ramelow rühre auch daher, dass er mit seinen Regierungspartnern eine demokratische Kultur des Umgangs auf Augenhöhe praktiziert hat.

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Linke gewinnt Landtagswahl in Thüringen

Nordmagazin

Bei der Landtagswahl in Thüringen gewinnt die Linke mit Ministerpräsident Ramelow klar. Die CDU wird von der AfD überholt. Die Regierungsbildung könnte schwierig werden. Video (02:40 min)

AfD: "Schlag ins Kontor der Bundesregierung"

Für Mecklenburg-Vorpommerns AfD-Chef, Leif-Erik Holm, ist der Ausgang der Wahl ein weiterer massiver Schlag ins Kontor der Bundesregierung. "Große Verluste für die CDU und eine einstellige SPD sind klare Zeichen dafür, dass die Bürger von dieser Koalition die Nase voll haben", sagte er. Die AfD sei klarer Gewinner in Thüringen. Er sei gespannt, welche Koalitionen sich nun zu Gesprächen zusammenfinden werden, um das "peinliche Ausgrenzen" der AfD fortzusetzen. "Vielleicht kommt es ja nun endlich zu Deutschlands erster CDU-Linken-Regierung. Es wäre zumindest nur ehrlich."

CDU-Chef Kokert spricht von "toxischer Strategie"

Dem CDU-Chef von Thüringen, Mike Mohring, fehlte nach Einschätzung seines Nordost-Kollegen, Vincent Kokert, im Wahlkampf der Rückenwind aus Berlin. Mohring habe einen mustergültigen Wahlkampf hingelegt. Die Strategie, die Menschen vor die Wahl zu stellen, den Ministerpräsidenten oder die AfD zu unterstützen, habe den Linken genutzt. "Die toxische Strategie schadet aber der Demokratie", sagte Kokert. Der Beweis sei in Thüringen erbracht worden. "Die SPD im Osten hat ihren Status als Volkspartei endgültig verloren."

"Gute Voraussetzungen für SPD in MV"

Für Julian Barlen, den Generalsekretär der SPD in Mecklenburg-Vorpommern, zeigen die drei letzten Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und nun auch in Thüringen, dass sich die Wähler hinter dem amtierenden Regierungschef und dessen Partei versammeln. "Dies sind gute Voraussetzungen für die SPD in Mecklenburg-Vorpommern, im Jahr 2021 erfolgreich in die Landtagswahl zu gehen."

Die Nordost-Grünen zeigten sich enttäuscht. "Wir hatten uns mehr erhofft", sagte die Co-Landesvorsitzende Ulrike Berger. Es sei schade, dass sich die Grünen mit einer guten Regierungsarbeit nicht durchdringen konnten. Sie seien im Wahlkampf, der zwischen Linke und AfD polarisiert hat, untergegangen.

"Bitteres Ergebnis"

Nach Ansicht der CDU in Hamburg muss ihr Schwesterverband in Thüringen die Strategie für die ostdeutschen Bundesländer überdenken. Das Wahlergebnis sei "nicht nur bitter, sondern muss uns zu denken geben", sagte der Landesvorsitzende Roland Heintze. "Der Ausgang der Landtagswahl in Thüringen ist ein bitteres Ergebnis für die CDU und die demokratische Mitte in Thüringen", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident und CDU-Landeschef Daniel Günther.

Die SPD-Politikerin Serpil Midyatli bei einer Rede. © DPA Picture Alliance Foto: Carsten Rehder

SPD-Landeschefin von SH Midyatli: "SPD rückt zusammen"

NDR Info - Aktuell -

Die SPD hat in Thüringen erneut Stimmen verloren. Die Suche nach einer neuen Parteispitze hält die Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein Serpil Midyatli dennoch für richtig.

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Schleswig-Holsteins SPD-Landeschefin Serpil Midyatli sprach von einem schweren Abend für ihre Partei. "Es ist erschreckend, dass heute in Thüringen etwa jeder vierte Wähler die ultrarechte Höcke-AfD gewählt hat."

Thüringen vor schwieriger Regierungsbildung

Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden. Möglicherweise könnte es sogar eine Minderheitsregierung geben. Thüringen wird seit fünf Jahren von einer bundesweit einmaligen Koalition aus Linkspartei, SPD und Grünen geführt. 

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Dieses Thema im Programm:

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