Stand: 13.09.2018 06:30 Uhr

Landtag: Streit über Schulpolitik in MV

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Bildungsministerin Hesse vertröstet Grundschullehrer wegen Gehaltsangleichung.

Zu Beginn des neuen Schuljahres haben Regierung und Opposition am Mittwoch im Landtag über die Situation der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern debattiert. Dabei bat Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) die Grundschullehrer bei der Gehaltsangleichung erneut um Geduld.

Spätere Gehaltsangleichung

Die Aufstockung in die entsprechenden Einkommensgruppen koste Geld und das sei im aktuellen Doppelhaushalt für 2018/2019 nicht vorhanden, erklärte die Ministerin. Sie geht von Mehrkosen in Höhe von etwa 20 Millionen Euro pro Jahr aus. Von der CDU kam der Vorschlag, die Gehaltsangleichung bei Lehrern mit dem nächsten Doppelhaushalt für die Jahre 2020/21 vorzunehmen. Die Linke dagegen argumentierte für eine zeitnahe Erhöhung der Gehälter und verwies auf Millionenüberschüsse des Landes und ungenutzte Mittel im Bildungsressort. Die AfD plädierte dafür, den Gehaltsunterschied etwa zwischen Grundschul- und Gymnasiallehrern angesichts der unterschiedlichen Anforderungen beizubehalten.

Philip Schroeder

Nordmagazin - Land und Leute

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Der Landtag startet mit einer Aktuellen Stunde zur Bildungspolitik in die Sitzungswoche. Die Debatte und die Argumente von Regierung und Opposition - aktuell bei Nordmagazin Land und Leute.

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Opposition kritisiert unbesetzte Lehrerstellen

Vertreter der Oppositionsparteien kritisierten zudem die vielen unbesetzten Lehrer-Stellen im Nordosten. Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, sagte, die 674 Neu-Einstellungen von Lehrern und Seiteneinsteigern reichten nicht aus. Überall fehlten Lehrer, so Oldenburg in der Aktuellen Stunde des Landtags, vor allem in den Hauptfächern.

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Landtag MV - Debatten im Parlament live

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BMV: Stillarbeit ist kein adäquater Unterricht

Auch Vertreter der AfD und der Bürger für Mecklenburg-Vorpommern (BMV) kritisierten die Situation an den Schulen. BMV-Fraktionschef Bernhardt Wildt sprach von zehn Prozent Unterrichtsausfall. Für ihn sei Stillarbeit und die Zusammenlegung von Klassen kein adäquater Unterricht, sagte er. Seine Fraktion hatte das Thema für die Aktuelle Stunde gesetzt. Die AfD forderte von der Landesregierung ein Konzept, wie künftig mit dem Lehrermangel verfahren werden solle.

Hesse weist Kritik zurück

Bildungsministerin Hesse wies die Kritik der Opposition zurück. Nach Worten der Ministerin sind zu Beginn des Schuljahrs und in den Wochen danach 674 Lehrkräfte an den staatlichen Schulen in MV neu eingestellt worden - davon 213 Seiteneinsteiger. Der Vorzug bei Neueinstellungen werde aber in jedem Fall voll ausgebildeten Lehrern gegeben, betonte Hesse. Der Unterricht sei abgesichert, zudem stelle das Land inzwischen über den Bedarf hinaus ein.

CDU führt Verbesserungen im Land an

CDU-Fraktionschef Vincent Kokert wies darauf hin, dass es bei allen Problemen auch viele gute Entwicklungen im Land gebe, die zu einem größeren Interesse am Beruf in MV geführt hätten. Die wichtigste Entscheidung sei dabei auf Betreiben der Union die Verbeamtung von Lehrern gewesen, so Kokert. Zudem blieben Schulstandorte trotz geringer Schülerzahlen erhalten.

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Zum Schuljahresbeginn starten 633 neue Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern an den Schulen. Bildungsministerin Hesse sieht das als Erfolg. Doch viele der Lehrkräfte sind Seiteneinsteiger. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.09.2018 | 06:30 Uhr

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