Stand: 06.09.2019 14:23 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Landtag: Keine Chance für großen Schlachthof in MV

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat sich am Freitag mit dem Ende der Schweineschlachtung im Schlachthof Teterow (Landkreis Rostock) und den Folgen beschäftigt. Ein großer Zentralschlachthof in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Ansicht vieler Abgeordneter vom Tisch. Ein Pachtverfahren mit dem Bauernverband und Fleischverarbeitern zur Übernahme der Schweineschlachtung in Teterow scheiterte bisher. Es sei kein schlüssiges Konzept vorgelegt worden, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) im Landtag. Einen großen Neubau durch einen Investor ist nach Angaben des CDU-Abgeordneten Jörg Kliewe ebenfalls nicht in Sicht. Es gebe zu viele Schlachtkapazitäten in Deutschland, sagte er.

Backhaus: "Es gibt Ideen für kleinere Schlachtstandorte"

Backhaus sagte, er suche nach weiteren Lösungen und bündele Initiativen im Land für eine moderne Schweineschlachtung. Dabei gebe es Ideen für genossenschaftliche Modelle mit mehreren, kleineren Schlachtstandorten. Backhaus kündigte dazu Gespräche auf der Landwirtschaftsmesse Mela in Mühlengeez (Landkreis Rostock) an. Nach seinen Worten geht es um eine Schlachtkapazität von 3.500 Schweinen pro Woche. "Wir stehen mit Bürgschaften und Fördermöglichkeiten bereit", versprach er.

Fleischer-Einkaufsgenossenschaft hat Interesse an Neubau

Die Fleischer-Einkaufsgenossenschaft Rostock habe großes Interesse am Neubau eines regionalen Schlachthofs, sagte Vorstandsmitglied Andreas Ledder der dpa. Erste Gespräche seien geführt worden und man wolle demnächst auf die Landesregierung zugehen. Es sei genügend Potenzial da. Zur Größe des Vorhabens erklärte Ledder, die Größe müsse dem Markt angepasst sein.

Backhaus: Teterow zu alt und zu teuer

In Teterow wurden in Spitzenzeiten bis zu 12.000 Schweine pro Woche geschlachtet. Zuletzt waren es laut Backhaus aber deutlich weniger. Zudem sei der Schlachthof bereits mehr als 25 Jahre alt. Eine Schweineschlachtung habe dort 20 Euro gekostet, in modernen Schlachthöfen sei es die Hälfte.

Knapp 30 kleinere Schlachthöfe in MV

In Ostdeutschland gibt es jetzt noch zwei Großschlachthöfe, in denen Schweine geschlachtet werden: Vion in Perleberg im Nordwesten Brandenburgs und Tönnies in Weißenfels im Süden von Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es außerdem 29 kleinere Schlachtstätten, in denen im Jahr zusammen rund 29.000 Schweine geschlachtet werden. Im November 2018 wurden im Land laut Statistischem Landesamt 832.500 Schweine gehalten, 11.700 weniger als ein Jahr davor. Mehrere Abgeordnete äußerten im Landtag die Befürchtung, dass nach dem Ende der Schweineschlachtung in Teterow weitere Landwirte die Schweinemästung aufgeben könnten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 06.09.2019 | 12:00 Uhr

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