Stand: 11.12.2018 16:23 Uhr

Landstromanlage für Forschungsschiff eingeweiht

In Rostock ist am Dienstag ein Landstromanschluss für das Forschungsschiff "Deneb" in Betrieb genommen worden. Wie die Präsidentin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Karin Kammann-Klippstein, bei der Einweihung sagte, reduziert die neuartige Versorgung die Umweltbelastung durch Abgase und Lärm für Wasser und Anwohner deutlich.

Vorreiterrolle für Kreuzfahrt-Industrie?

Das BSH versorge somit erstmals eines seiner Forschungsschiffe selbst mit Landstrom, so Kammann-Klippstein weiter. Die Vorbereitung für die Inbetriebnahme habe ein Jahr gedauert und insgesamt gut 40.000 Euro gekostet. Vor allem die Verlegung spezieller Kabel sei teuer gewesen. Laut dem Bundesamt habe man damit auch eine Vorreiterrolle für die Kreuzschifffahrt-Branche, die in wenigen Jahren ebenfalls Landstrom nutzen will.

BSH will auch beim Treibstoff auf die Umwelt achten

Die Umstellung auf Landstrom ist laut Kammann-Klippstein eines von mehreren Projekten, die BSH-Flotte nachhaltig aufzustellen. So würde bei fünf Schiffen der im Betrieb umweltschonendere Treibstoff GtL verwendet. Dabei werde Erdgas durch die Zufuhr von Sauerstoff und Wasserdampf zu Synthesegas, dann zu langkettigen Kohlenwasserstoffen und anschließend zu Schiffstreibstoff umgewandelt. "Dieser Treibstoff ist schwefelfrei, die Abgaswerte sind besser als bei herkömmlichen Dieselkraftstoffen", sagte die BSH-Präsidentin.

"Deneb" untersucht Umweltbelastung in den Meeren

Das Forschungsschiff "Deneb" liegt etwa 100 Tage pro Jahr im Rostocker Hafen nahe der Innenstadt und braucht in dieser Zeit Strom für Maschinen, Pumpen und Klimaanlage. Auf seinen Forschungsfahrten untersucht es unter anderem den Zustand von Ost- und Nordsee auf Verschmutzungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.12.2018 | 17:30 Uhr

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