Landratswahl in Nordwestmecklenburg unter Corona-Bedingungen

Stand: 08.04.2021 15:31 Uhr

Ende April wählen die Einwohner des Kreises Nordwestmecklenburg ihre Landrätin oder ihren Landrat für die kommenden sieben Jahre. Nicht nur im Wahlkampf, auch am Wahltag selbst ist in diesem Jahr einiges anders.

Vier Kandidaten treten am 25. April bei der Landratswahl in Nordwestmecklenburg an: die amtierende Landrätin Kerstin Weiß von der SPD, 55 Jahre alt; der selbstständige Landwirt Tino Schomann, 33 Jahre alt, für die CDU; 29 Jahre alt ist der Grundschullehrer Jörg Bendiks von der Partei Die Linke, und für die Piraten tritt der 26-jährige Kellner Timon Wilke aus Wismar an.

Dorf Stadt Kreis: Porträt von Thomas Naedler  Foto: Jörn Lehmann
AUDIO: Folge 25 Nordwestmecklenburg: Landratswahl unter Corona- Bedingungen (40 Min)

Viele Themen - aber kein normaler Wahlkampf

Den Einwohnern des Nordwestkreises brennen viele Themen unter den Nägeln. Ganz vorn: Corona - schneller Impfen, mehr Testen. Und: Warum fahren in ländlichen Gebieten oft so wenig Busse, wann bekommen wir endlich schnelles Internet - sowohl für die Schulen als auch für Firmen und Privatanschlüsse. Ganz wichtig auch für viele das Thema Umwelt. Erneuerbare Energien, saubere Luft, Schutz der Natur. Zu diesen Punkten haben alle Bewerber klare Vorstellungen. In einem normalen Wahlkampf konnten sie sie in der Pandemie allerdings nicht auf den üblichen Wahlkampfveranstaltungen unter die Leute bringen. Einen Vorteil hat hier die amtierende Landrätin Kerstin Weiß, sagen andere Kandidaten: Sie ist schon durch ihre Funktion sehr präsent in der Öffentlichkeit.

Am Wahltag bitte eigenen Stift mitbringen

Die Landratswahl am 25. April im Kreis Nordwestmecklenburg wird anders als alle anderen Wahlen bisher. Wegen der Corona- Pandemie gelten in den Wahllokalen strenge Hygiene- Regeln: Wähler und Wahlhelfer müssen eine Maske tragen, die Kabinen stehen weiter auseinander, es darf nur eine begrenzte Anzahl von Wählern gleichzeitig im Lokal sein, Desinfektionsmittel muss bereit stehen. Und die Wähler müssen diesmal neben der Wahlbenachrichtigung und dem Personalausweis oder dem Pass noch etwas anderes mitbringen: einen eigenen Stift.

Reine Briefwahl nicht möglich  

Unter den aktuellen Bedingungen hätte der Kreis am liebsten eine reine Briefwahl durchgeführt. Das geht nicht- eine Landesverordnung schreibt vor, dass der Kreis eine Briefwahl nur anordnen kann, wenn die 7- Tage- Inzidenz der Neuinfektionen 41 Tage vor der Wahl über 100 liegt. Das war der 15. März- und da lag die Inzidenz im Kreis Nordwestmecklenburg knapp darunter- bei 96. Briefwahl ist natürlich dennoch möglich, und die Unterlagen dafür können auch noch bis kurz vor der Wahl- bis zum 22. April 18 Uhr- angefordert werden. Kreiswahlleiter Collin rechnet damit, dass rund die Hälfte der Wähler im Nordwestkreis diesmal per Briefwahl abstimmen wird. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Dorf Stadt Kreis – starke Geschichten aus dem Norden | 08.04.2021 | 15:00 Uhr

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