Stand: 18.05.2021 18:00 Uhr

Landesweit niedrigste Müllgebühren in Vorpommern-Rügen

Der Kreis Vorpommern-Rügen soll landesweit die höchsten Müllgebühren haben. So zumindest veröffentlichte es der Verband Deutscher Wohnungsunternehmen vor einigen Tagen. Doch die Studie des Verbands ist falsch.

Anders als in einer Studie des Verbandes Deutscher Wohnungsunternehmen behauptet, hat der Landkreis Vorpommern-Rügen die niedrigsten Müllgebühren in Mecklenburg-Vorpommern. In der Studie ist es zur falschen Auswertung der Gebühren gekommen, die dann dazu führten, dass von wenigen Tagen eine Nachricht die Runde machte, wonach der Landkreis landesweit die höchsten Gebühren verlange.

Landkreise nicht vergleichbar

Doch in der Studie wurden die Kosten für die wöchentliche Abfuhr von einer 100 Liter Tonne aus Rostock mit denen einer 1.100 Liter Mülltonne aus dem Kreis Vorpommern-Rügen verglichen. Doch sind die Kosten noch nicht einmal beschlossen, sondern stehen im Kreis Vorpommern-Rügen momentan lediglich zur Diskussion. Zudem lassen sich Gebühren der Landkreise nicht ohne weiteres vergleichen.

Unterschiedliche Berechnungen

Müllgebühren zu berechnen ist sehr komplex und passiert in den Kreisen auf unterschiedliche Art. Die Stadt Rostock und der Kreis Vorpommern-Rügen etwa haben unterschiedliche Gebührenmodelle. Rostocks Modell ist degressiv, Vorpommern-Rügens ist linear. Außerdem berechnet Rostock seine Gebühren nach gemeldeten Personen auf dem Grundstück, Vorpommern-Rügen nach Haushalt. Und beide gehen zudem noch von anderen Richtwerten aus. So rechnet Rostock mit 15 Litern Müll pro Woche und Mensch, in Vorpommern-Rügen wird mit 7,5 Litern gerechnet.

Preiserhöhung laut Studie

In der Studie sind allerdings Preissteigerungen ausgewiesen. Diese könnten auch auf die Menschen in Vorpommern-Rügen zukommen. Denn der Kreis muss nach Aussage der Abfallwirtschaft die Preise um rund zwölf Euro pro Jahr und Haushalt erhöhen. Das ist seit fünf Jahren nicht passiert. Die Kosten sind unter anderem für Personal und Verwaltung gestiegen und wurden bislang aber nicht auf die Nutzer umgelegt. Die erste Vorlage der Verwaltung ist im Kreistag gescheitert. Das war im Februar, nun muss neu berechnet werden. Knackpunkt ist die Kalkulation für die braune Tonne für die Küchenabfälle.

Gebühren werden neu kalkuliert

Die Abholung ist für die Bewohner des Kreises kostenlos, zahlen muss der Kreis. Die CDU hatte damals kritisiert, dass Grundstücksbesitzer so viele Tonnen wie sie mögen bestellen könnten, dort auch Grünabfälle entsorgen und das eben ohne, dass ihnen Kosten entstehen würden. Aber genau das treibt die Kosten für den Abfallbetrieb des Kreises hoch, bis zu eine Million Euro mehr innerhalb eines Jahres sind kalkuliert, auch weil die Mengen an Bioabfall steigen. Nun wird die Gebührensatzung neu kalkuliert, die Steigerung vermutlich noch höher ausfallen und auch eine Gebühr für die Braune Tonne steht zur Debatte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.05.2021 | 18:50 Uhr

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