Eine Jugendliche wird gegen Covid-19 geimpft. © picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann Foto: Frank Hoermann

Landesregierung wartet auf grünes Licht der Impfkommission

Stand: 03.08.2021 18:08 Uhr

Die Gesundheitsminister haben den Weg zu erweiterten Impfmöglichkeiten für Jugendliche eröffnet. Mecklenburg-Vorpommern aber will erst nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) seine Angebote für 12- bis 17-Jährige ausweiten.

Nach den Beschlüssen der Gesundheitsminister zu erweiterten Corona-Impfmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche ändere sich an der gängigen Impfpraxis im Nordosten zunächst nichts, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin. Demnach könnten sich neben Jugendlichen mit Gesundheitsrisiken auch andere 12- bis 17-Jährige nach ärztlicher Beratung und mit Zustimmung der Eltern impfen lassen. Sollte die Stiko auch allgemein zur Impfungen von Kindern raten, werde es zusätzliche Impfangebote etwa an Schulen geben, kündigte Schwesig an. Diese richten sich nach ihren Worten zunächst an Schüler ab 16 Jahren und sollen in der kommenden Woche mit etwa 50 mobilen Impftrupps starten. Sie könne verstehen, dass sich viele Eltern fragen, was nun das Richtige für ihr Kind ist. "Für uns ist die Empfehlung der Stiko maßgebend", sagte Schwesig.

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Dr. Sven Armbrust, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, bezeichnete die Entscheidung der Gesundheitsminister unterdessen als "blinden Aktivismus der Politik". Laut der vorliegenden wissenschaftlichen Daten gebe es keinen Grund, Kinder und Jugendliche – bis auf besondere Einzelfälle – zu impfen, sagte Armbrust bei NDR MV LIVE. Von Kindern gehe kaum Infektionsgefahr aus. Armbrusts Kollege, Dr. Roland Elling vom Universitäts-Klinikum Freiburg, sagte, die Stiko berate "trotz des politischen Drucks" sehr souverän über die Impf-Empfehlungen. Es fehlten derzeit bestimmte Erkenntnisse, um diese für Kinder und Jugendliche anzupassen.

Impfung beim Hansa-Heimspiel

Die Konzentration beim Impfen richtet sich laut Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern aktuell auf die Gruppe der 18- bis 59-Jährigen, die zur Hälfte noch gar nicht geimpft sei und derzeit das höchste Infektionsrisiko trage. "Die stärkste Waffe gegen Corona ist der Impfstoff", betonte die Regierungschefin. Schwesig plädierte dafür, auch Besuchern der Heimspiele des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock Impfmöglichkeiten zu bieten.

Impfbus fährt übers Land

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald kündigte nach dem Erfolg mit dem Impfen am Strand von Lubmin an, die Impfaktionen weiter auszudehnen. Wie ein Kreissprecher sagte, soll es die "Immunisierung to go" auch in den Ostseebädern Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck geben. Zugleich werde im Hinterland der Ostseeinsel und auf dem Festland in Gemeindehäusern immunisiert. Im Kreis Mecklenburgische Seenplatte wird von Mittwoch an ein Impfbus im Einsatz sein, um Menschen in Dörfern mit schlechter Verkehrsanbindung mit Impfstoff zu versorgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 03.08.2021 | 18:00 Uhr

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