Stand: 17.07.2020 09:45 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Landesfischereiverband will sich auflösen

Fischer holen im Hafen von Freest gefangene Heringe aus dem Stellnetz. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Sinkende Fangquoten und ein möglicher Fangstopp für Hering im nächsten Jahr belasten die Fischereibranche in MV. (Archivbild)

Der Landesfischereiverband will sich in der kommenden Woche auflösen. Das erklärte der Verbandsvorsitzende Norbert Kahlfuß. Er bestätigte damit einen Bericht der "Ostsee-Zeitung". Grund seien sowohl finanzielle als auch personelle Probleme. Der Verband zählt derzeit rund 120 Mitglieder. Vor zehn Jahren waren es knapp 250. Finanziert habe sich der Landesfischereiverband ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge. Diese müssten jetzt angehoben werden. Das sei aber angesichts der Existenzprobleme vieler Fischer nicht möglich, so Verbandsvorsitzender Norbert Kahlfuß.

VIDEO: Fischerverband kündigt Auflösung an (2 Min)

Sinkende Fangquoten und kein Nachfolger

In den vergangenen Jahren ist die Fangquote vor allem für Kutter- und Küstenfischer immer weiter zurückgegangen. Für das kommende Jahr könnte ein weiterer Fangstopp für Hering dazu kommen. Zudem findet Kahlfuß keinen Nachfolger für den Verbandsvorsitz.

Dachverband 1994 gegründet

Der Dachverband der Angler, Binnen-, Kutter-, Küsten- und Hochseefischer hatte sich in Mecklenburg-Vorpommern 1994 gegründet. Eine Interessenvertretung soll es trozdem weiterhin geben. In welcher Form allerdings, darüber will die Mitgliederversammlung in der kommenden Woche entscheiden. Außerdem setze man weiterhin auf den Deutschen Fischereiverband, um die Interessen auf nationaler und EU-Ebene durchzusetzen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.07.2020 | 12:00 Uhr

Ein Kutter im Hafenbecken von Freest © NDR Foto: Charlotte Horn

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