Stand: 18.09.2018 14:14 Uhr

Land will große BVVG-Agrarflächen übernehmen

Seit Beginn der Privatisierung vor 25 Jahren hat die BVVG in MV 330.000 Hektar veräußert. (Archivbild)

Noch in diesem Jahr will sich das Land Mecklenburg-Vorpommern mit dem Bund über die unentgeltliche Übertragung von ehemals volkseigenen Agrarflächen einigen. Das bestätigte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Es geht um rund 13.000 Hektar, die in Trinkwasserschutzgebieten liegen. Sie machen ein Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Land aus.

CDU-Agrarexpertin: Transparentere Vergabe nötig

Derzeit werde mit der bundeseigenen Verwertungsgesellschaft BVVG intensiv über die Konditionen zur Übertragung auf das Land beziehungsweise die Kommunen verhandelt, so Backhaus. Bis zum Jahresende soll darüber entschieden werden. "Sollte die Übertragung der Flächen zustande kommen, wird das Land Mecklenburg-Vorpommern über circa 100.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verfügen", sagte die CDU-Agrarexpertin Beate Schlupp. Das seien fast zehn Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes.

Angesichts dieser Dominanz im Flächenmarkt forderte sie mehr Transparenz bei der Verpachtung der Flächen. Jeder Bewerber um Pachtflächen müsse nachvollziehen können, wie die Vergabeentscheidung zustande gekommen sei. Denkbar sei ein Kriterienkatalog mit Punktesystem, dessen Ergebnis von jedem Bewerber eingesehen werden kann, so Schlupp.

43.000 Hektar BVVG-Flächen in MV

Ursprünglich hatte die Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern im Juni den Vorstoß von Mecklenburg-Vorpommern unterstützt, alle noch verfügbaren BVVG-Flächen unentgeltich zu übertragen. Das sind im Nordosten zurzeit noch rund 43.000 Hektar.

Seit der Wende 330.000 Hektar verkauft

Schon jetzt ist das Land mit einem Anteil von 6,5 Prozent (knapp 90.000 Hektar) Acker- und Grünland der größte Bodeneigentümer in Mecklenburg-Vorpommern. Die Treuhand-Nachfolgerin BVVG privatisiert seit 1992 Äcker, Wälder und Seen auf dem Gebiet der früheren DDR. Seit Beginn der Privatisierung vor 25 Jahren hat sie in Mecklenburg-Vorpommern 330.000 Hektar veräußert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.09.2018 | 13:00 Uhr

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