Stand: 10.07.2019 20:26 Uhr

Land will bundeseigene BVVG-Ackerflächen kaufen

Seit Beginn der Privatisierung vor 25 Jahren hat die BVVG in MV 430.000 Hektar veräußert. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommern will weite Teile der 40.000 Hektar Agrarflächen von bundeseigenen Verwertungsgesellschaft BVVG übernehmen. Agrarminister Till Backhaus (SPD) möchte diese Flächen übernehmen, um möglichen Bodenspekulationen im Nordosten vorzubeugen. "Boden ist weltweit nicht vermehrbar und nur 11 Prozent unserer Oberfläche auf der Erde sind landwirtschaftlich nutzbar,", so Backhaus. Diese Bodenknappheit habe in den letzten Jahren dazu geführt, dass Grund und Boden aufgrund der Finanzsituation zu einem Spekulationsobjekt geworden sei, so Backhaus.

Seit der Wende 430.000 Hektar verkauft

Schon jetzt ist das Land MV der größte Bodeneigentümer in Mecklenburg-Vorpommern. Die Treuhand-Nachfolgerin BVVG privatisiert seit 1992 Äcker, Wälder und Seen auf dem Gebiet der früheren DDR. Seit Beginn der Privatisierung vor 25 Jahren hat sie in Mecklenburg-Vorpommern rund 330.000 Hektar Ackerflächen und etwa 100.000 Hektar Wald veräußert. Nach Angaben der BVVG wird die Größe der verkauften Flächen jährlich reduziert, um Spekulationskäufen vorzubeugen, denn immer häufiger würden solche Flächen auch auf Auktionen versteigert.

Grund und Boden "Garant für Wohlstand"

Backhaus habe sich in Berlin dafür stark gemacht, einen Großteil der BVVG-Flächen, die noch nicht privatisiert seien, in Eigentum des Lands Mecklenburg-Vorpommerns zu übertragen. Besonderes Augenmerk liege dabei auf den Flächen, die in Trinkwasserschutzgebieten liegen und an solche Gewässer grenzen. Diese sollen nach dem Willen des Landesagrarministeriums vorzugsweise zur Renaturierung oder auch zum Schutz der natürlichen Ressourcen eingesetzt werden. Der Fokus liege vor allem auf Trinkwasserschutz, Artenschutz und Klimaschutz, so Backhaus.

Das Vorhaben steht und fällt damit, ob das Land und die BVVG sich auf einen akzeptablen Preis für die Flächen einigen können. Derzeit liegt der Kaufpreis bei rund 23.000 Euro pro Hektar. Für die von Backhaus anvisierten Flächen würden demnach rund 25 Millionen Euro fällig, die aus der Landeskasse bezahlt werden müssten.

Ziel: Ökologische Bewirtschaftung

Um den Schutz der natürlichen Ressourcen auf diesen Flächen zu gewährleisten, plant Backhaus, diese an junge Landwirte und Startup-Unternehmen zu vergeben, die eine ökologische Nutzung anstreben.

Weitere Informationen

Agrarflächen: BVVG will Pachtzinsen senken

15.10.2018 08:30 Uhr

Die Bodenverwertungsgesellschaft des Bundes (BVVG) will die Pachtzinsen senken. Dürrebedingt hätten 57 Pächter Anträge auf Stundung der Zahlung gestellt, hieß es. mehr

NDR Info

Start-up liefert veganes Essen aus der Provinz

10.07.2019 07:50 Uhr
NDR Info

Immer mehr junge Menschen kehren aus der Großstadt zurück ins Dorf, um dort zu arbeiten. Das Start-up LunchVegaz in Vorpommern kocht Fertiggerichte für hippe Großstädter. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.07.2019 | 17:10 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

03:10
Nordmagazin