Fast menschenleerer Bahnhof am Dienstagmorgen in Schwerin © dpa - Bildfunk Foto: Jens Büttner

Land will Züge im MV-Design auf die Schiene bringen

Stand: 01.07.2021 15:53 Uhr

Die Züge aus Mecklenburg-Vorpommern sind möglicherweise bald im Rapsfeld- und Küsten-Look unterwegs. Das Land will der Eisenbahn ein neues und landestypisches Aussehen verpassen.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) will die Züge im Nahverkehr des Landes künftig in einem einheitlichen Landes-Design über die Gleise rollen lassen. Den Auftrag dafür hat jetzt die landeseigene Verkehrsgesellschaft ausgeschrieben. Ausgenommen, so heißt es in der Ausschreibung ausdrücklich, sind der Rasende Roland auf Rügen und die Mecklenburgische Bäderbahn, der Molli. Es geht nicht nur um das äußere Erscheinungsbild, auch im Zuginneren sollen die Abteile wiedererkennbar und einheitlich aufgebaut sein. In der 1. Klasse soll sich das Design an ICE-Züge anlehnen. Mecklenburg-Vorpommern folgt damit dem Beispiel Baden-Württembergs. Dort sind die Züge seit 2017 "als Botschafter einer neuen Mobilität" im Einsatz.

MV-Design ersetzt Unternehmensgestaltung

Mit den Designwünschen aus dem Ministerium würden die Vorgaben in Sachen Farbe, Gestaltung und Materialien der Unternehmen wie Deutsche Bahn oder ODEG keine Rolle mehr spielen. Mit der Umgestaltung der bisherigen Züge gäbe es dann ein einheitliches "MV-Aussehen". Die konkrete Umsetzung der "landeseinheitlichen Gestaltung" soll eng mit der Staatskanzlei abgestimmt werden.

Kostenrahmen unklar

Bis spätestens Ende nächsten Jahres soll das Konzept stehen - einschließlich "interne finale Präsentation für Entscheider" - also Staatskanzlei und Verkehrsministerium. Welche Summe für das Neudesign vorgesehen ist, ist offen. Auf Anfrage teilte das Verkehrsministerium mit, dass dafür Hilfen des Bundes - die sogenannten Regionalisierungsmittel - genutzt werden sollen. In der Vergangenheit wurde Pegel immer wieder vorgeworfen, er würde diese dreistellligen Millionen-Hilfen "bunkern" und nicht für eine Verbesserung des Schienenangebotes nutzen. Das Ministerium widersprach der Vermutung, das Vorhaben werde möglicherweise aus dem schuldenfinanzierten "MV-Schutzfonds" finanziert. Das ist das Geld, mit dem das Land bereits Investitionen in die Digitalisierung oder die Verwaltung bezahlt.

Kritik der Linken: Lieber Service und Technik verbessern

Die Linke kritisierte das Vorhaben: Statt viel Geld in Aussehen und Kosmetik zu stecken, sollte der Service verbessert werden: Mehr Züge müssten auf die Schiene, gleichzeitig sollten Strecken wie die Südbahn wiederbelebt werden, so die Verkehrsexpertin Mignon Schwenke. Es sei außerdem kaum anzunehmen, dass private Eisenbahnunternehmen mit Landesdesign statt mit ihrem Firmenlogo Werbung machen wollen, denn Züge würden auch in anderen Bundesländern eingesetzt. Wichtiger als Designfragen - so die Linke- sei außerdem ein durchgehendes WLAN auf allen Verbindungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 01.07.2021 | 08:30 Uhr

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