Stand: 05.03.2020 14:10 Uhr

Lammzeit auf dem Ziegenhof

Ziegenlämmer stehen in einem Stall.  Foto: Ina Lebedjew
Wenn der Ziegennachwuchs von der Milch entwöhnt ist, wird auf dem Sternziegenhof Käse hergestellt.

Landwirt Christophe Starnick vom Sternziegenhof Augzin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) rechnet in diesem Jahr mit rund 60 Ziegenlämmern. Damit er später auf den Märkten in der Region Käse aus Ziegenmilch und Felle verkaufen kann, muss Starnick genau abwägen, wie und was er wann füttert - schließlich haben seine Ziegen zwei trockene Sommer hinter sich.

Geburten dauern mehrere Wochen

Schneeweiß, braun gescheckt, rabenschwarz. Manches Lamm guckt neugierig um die Ecke, andere erkunden den Stall, wieder andere kuscheln sich eng aneinander. Drei Wochen dauert es etwa, bis alle Schaf- und Ziegenlämmer auf der Welt sind - sie werden im Stall geboren, erklärt Landwirt Christophe Starnick: "Meine Flaschenkinder hier kriegen alle paar Stunden ihre Milch von mir. Im Hintergrund hört man die Ziegen schon, aber jetzt sind erstmal die Schafkinder dran."

Hohe Heupreise zwingen zum Umdenken

Vier bis sechs Wochen lang bekommen die 20 kleinen Schafe und 30 Ziegen Muttermilch. Wenn es im Frühling wieder rausgeht, dann werden die Mütter zwischendurch gemolken - Weidefutter sorgt für eine bessere Milchleistung. Zwei trockene Sommer haben Christophe Starnick und seine Tiere hinter sich. Deshalb hat er früher im Jahr angefangen, Heu zuzufüttern: "Die Tiere bekommen ja, wenn sie zum Melken kommen, eh Heu am Abend. Letztes Jahr ist es schon im Juni gewesen, dass Heu dazukam, das ist schon ungewöhnlich." Der Landwirt sieht zwar insgesamt keine Heunot, aber gerade bei Grünfutter in Bioqialität seien die Preise immens in die Höhe gegangen, das Anderthalbfache im Vergleich zu vor der Dürre koste ein Heuballen, etwa 70 bis 100 Euro das Stück. Da heißt es umdenken und ausprobieren - zum Beispiel habe der Förster Unterstützung angeboten, etwa indem Laub von gefällten Bäumen geholt werden kann, oder die Ziegen auch mal durch den Wald gehen dürfen.

Landwirt auf der Suche nach neuen Wegen

Ein Mann hält ein frisch geborenes Lamm in die Kamera.  Foto: Ina Lebedjew
Bei Landwirt Christophe Starnick kommen die Schaf- und Ziegenlämmer im Stall zur Welt.

Zehn Jahre gibt es den Sternziegenhof Augzin, alles hat damals ganz klein angefangen mit zwei Ziegen und einem Bock. Seine Ziegenwirtschaft sieht Starnick ganzheitlich - als Kombination von Handwerk, Kunst und Bildung. Er gibt sein Wissen weiter und sucht bewusst den Dialog: "Mit anderen Initiativen, mit anderen Landwirten aber auch überhaupt mit der Bevölkerung. Wie man regionale Strukturen schaffen kann. Ich denke, in diese Richtung sollte es mehr gehen - gerade auch so für die Menschen von hier!" In den vergangenen Jahren hat sich für den Ziegenwirt auch persönlich etwas geändert. Seit er mit den Tieren arbeitet, ist sein Bedürfnis, Fleisch zu essen, fast völlig verschwunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Mittagsschau kompakt | 05.03.2020 | 12:00 Uhr

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