Stand: 13.04.2019 17:28 Uhr

Linke: Kitaplätze nur für geimpfte Kinder

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In diesem Jahr gab es in MV noch keinen Fall von Masern. (Symbolbild)

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Simone Oldenburg, fordert eine Impfpflicht gegen Masern. Sie will dazu das Kindertagesförderungsgesetz in Mecklenburg-Vorpommern ändern lassen. Im Mai wird ihre Fraktion deshalb einen dementsprechenden Antrag einbringen. Wer einen Kitaplatz haben will, solle sein Kind zukünfig gegen Masern impfen lassen müssen, fordert die Linken-Politikerin.

CDU: Ansteckungsrisiko gering halten

Zuvor hatte bereits Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) erklärt, dass er die Einführung einer Impfpflicht gegen Masern für nötig hält. Gerade in Kitas sei es wichtig, das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, sagte der Minister gegenüber NDR1 Radio MV. Ein entsprechender Zwang sei zumindest ein diskussionswürdiger Vorschlag auch für Mecklenburg-Vorpommern, so Glawe.

Vorbild Brandenburg

In Brandenburg sollen Eltern ihre Kinder in Zukunft gegen Masern impfen lassen müssen, bevor sie Kitas und Tagespflegeeinrichtungen besuchen. Die regionale Impfpflicht soll gelten, bis bundesweite Regelungen existieren, beschloss der brandenburgische Landtag am vergangenen Donnerstag.

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Impfpflicht für Kinder bis 14 Jahre?

Der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, befürwortet sogar eine allgemeine Pflicht für alle Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts für Kinder bis 14 Jahre. In einer Solidargemeinschaft trage man nicht nur für sich allein Verantwortung, sondern auch für seine Mitmenschen, sagt die Abgeordnete der Freien Wähler / BMV, Christel Weißig. Dazu gehöre auch die Verpflichtung, sich selbst und andere zu schützen. Im Interesse der Allgemeinheit müsse es daher möglich sein, eine Impfpflicht auch zwangsweise durchzusetzen.

In diesem Jahr noch kein Fall von Masern

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte befürwortet sogar eine generelle Pflicht für alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt. 2019 gab es nach Informationen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern noch keinen Masernfall - in den Jahren 2016, 2017 und 2018 jeweils einen. Masern sind hochansteckend. Sie können noch Jahre später Hirnentzündungen auslösen. Einer von 1.000 Erkrankten stirbt daran.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.04.2019 | 18:00 Uhr

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