Stand: 09.04.2019 10:51 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Krankenhaus Wolgast: Ist Versorgung gesichert?

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Der Landkreis Vorpommern-Greifswald fordert mehr Mitspracherecht bei der Wolgaster Klinik.

Der Kreistag von Vorpommern-Greifswald hat sich am Montagabend mit deutlicher Mehrheit für den Erhalt der Grund- und Regelversorgung am Kreiskrankenhauses Wolgast ausgesprochen. Landrat Michael Sack (CDU) bekam den Auftrag, sich verstärkt für den Standort einzusetzen. Bei der Sitzung ging es auch um die Frage, ob der Landkreis Anteile am Wolgaster Krankenhaus vom Land zurückkaufen sollte.

Kreiskrankenhaus in Trägerschaft der Uniklinik Greifswald

Aktuell besitzt der Kreis nur noch rund fünf Prozent. Vor mehr als zehn Jahren hatte der Landkreis das Kreiskrankenhaus in die Trägerschaft der Unimedizin Greifswald verkauft. Nach Angaben des Bürgermeisters Stefan Weigler (parteilos) gab es 2008 noch mehr als 400 Mitarbeiter. Derzeit sind es nach Angaben der Klinik nur noch weniger als sie Hälfte.

Bürgerinitiative prangert Personalmangel an

Allein in den vergangenen zwei Jahren hätten 26 Ärzte die Klinik verlassen, heißt es in einem offenen Brief der Bürgerinitiative, die sich seit 2015 für den Erhalt des Klinikums mit einsetzt. Den Angaben zufolge sei einigen fristlos gekündigt worden. Auch das Pflegepersonal soll demnach massiv eingespart worden sein. Der Kreistag Vorpommern-Greifswald befürchtet, dass die Regel- und oder sogar die Grundversorgung bald nicht mehr eingehalten werden könne.

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Bürgermeister fordert eigenen Aufsichtsrat

Für Bürgermeister Weigler sind deshalb Gespräche mit der Universitätsmedizin und der Landesregierung notwendig, um Zukunftsfragen zu klären. Als Vorsitzender des Beirates beklagt er mangelndes Mitspracherecht und wünscht sich in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin einen eigenen Aufsichtsrat für das Kreiskrankenhaus.

Unimedizin Greifswad signalisiert Zustimmung

Der Kaufmännische Vorstand der Unimedizin Greifswald, Marie le Claire signalisierte Zustimmung. Auch Greifswald als Träger des Krankenhauses Wolgast wolle die Regel- und Grundversorgung erhalten und befürwortete die Forderung des Kreises, sich stärker einbringen zu wollen. Dem Beschluss der Kreistagssitzung könne sie deshalb zu hundert Prozent zustimmen, so le Claire. Dem Brief der Bürgerinitiative stand le Claire allerdings kritisch gegenüber. Viele der genannten Zahlen seien falsch, hieß es. Die Klinik selbst könne mit dem Personal alle Sprechstunden abdecken.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.04.2019 | 09:00 Uhr

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