Stand: 09.04.2020 15:05 Uhr

Krankenhaus Crivitz: Betreiber kündigt Stations-Schließung an

Ein vierstöckiges weißes Gebäude des Crivitzer Krankenhauses. Im Vordergrund schwimmt ein Schwan mit Jungen auf dem See. © Mediclin Foto: Mediclin
Laut einer internen Mail von Mediclin ist bereits ein Sozialplan ausgehandelt worden. (Archivbild)

Das Krankenhaus in Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Krankenhausbetreiber Mediclin hat die endgültige Schließung der Geburtshilfestation angekündigt, obwohl die Verhandlungen mit dem Land und dem Landkreis noch laufen. Landrat Stefan Sternberg (SPD) sagte, er sei erstaunt über die Ankündigung von Mediclin. Die Gespräche über die Zukunft des Krankenhauses seien noch nicht abgeschlossen, auch eine mögliche Rekommunalisierung sei dabei ein Thema.

Sozialplan laut interner Mail bereits ausgehandelt

Sternberg will Anfang Juni in einer Sondersitzung des Kreistags über die Verhandlungsergebnisse informieren. Unterdessen hat der Klinikbetreiber Mediclin in einer internen Mitteilung an die Beschäftigten, die NDR 1 Radio MV vorliegt, angekündigt, dass die Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie aufgegeben werde und dass mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgehandelt worden sei.

Mediclin mit Land und Landkreis weiter im Gespräch

Mediclin-Sprecherin Gabriele Eberle bestätigte, es werde derzeit geprüft, inwieweit die medizinische Versorgung auf der Station überhaupt noch bis Ende Juni aufrecht erhalten werden kann. Die jetzige Crivitzer Chefärztin fängt im Mai in Parchim an. Mit Blick auf die Zukunft des gesamten Krankenhauses sagte Eberle, es bleibe abzuwarten, wie sich die Gespräche mit Land und Landkreis entwickeln.

Proteste gegen Schließungspläne

Der Asklepios-Konzern und sein Tochterunternehmen Mediclin verfolgen seit längerem das Ziel, die Geburtshilfe und Frauenheilkunde in Parchim zu konzentrieren. Die Station in Crivitz sollte den Plänen zufolge bereits im Dezember 2019 geschlossen werden. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hatte der Schließung bereits zugestimmt, wurde aber von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zu Nachverhandlungen verpflichtet. Der Landtag forderte einstimmig den Erhalt der Station. Es gab Proteste der Bevölkerung. Schließlich erwirkte die Regierung einen Aufschub. Bis Jahresmitte 2020 sollten Möglichkeiten für den Erhalt ausgelotet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.04.2020 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Manuela Schwesig (r.) vor der Bund-Länder-Runde zur den Corona-Maßnahmen © dpa Foto: Jens Büttner

Corona-Gipfel: MV-Tourismus für Modellregion mit Schleswig-Holstein

Ministerpräsidentin Schwesig sprach sich gegen umfassende Lockerungen aus. Die Statements nach den Beratungen überträgt NDR.de hier live. mehr