Stand: 05.09.2018 16:12 Uhr

Königsstuhl-Plattform: Bürgerentscheid unzulässig?

So könnte die Aussichtsplattform laut einer Visualisierung aussehen.

Zu der umstrittenen Aussichtsplattform am Königsstuhl auf Rügen wird es nun möglicherweise doch keinen Bürgerentscheid geben. Der Grund dafür ist ein Verwaltungsfehler. Die Stadtverwaltung von Sassnitz war bei der Prüfung zunächst von 6.610 wahlberechtigten Bürgern ausgegangen. Tatsächlich seien aber 8.518 Sassnitzer zur Abgabe ihrer Stimme berechtigt, hieß es am Mittwoch.

47 Unterschriften zu wenig?

Damit hätten 852 gültige Unterschriften abgegeben werden müssen, um das erforderliche Unterschriftenquorum zu erreichen. Die Stadt hatte von den mehr als 1.000 eingereichten Unterschriften aber nur 805 anerkannt. Laut der Kommunalverfassung ist das Quorum somit nicht erreicht worden und der Bürgerentscheid wäre damit formell nicht zulässig.

Bürgermeister räumt Verwaltungsfehler ein

Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht (parteilos) führt den Fehler auf mangelnde Sorgfalt in der Verwaltung zurück, wie er im Gespräch mit NDR 1 Radio MV sagte. Unklar sei, wie die falsch angegebene Zahl der Wahlberechtigten zustande gekommen ist. Die Stadtvertreter hatten den Bürgerentscheid im Juni zunächst abgelehnt. Gegen diese Entscheidung hatte die Stadtverwaltung Widerspruch angemeldet. Anschließend korrigierten die Stadtvertreter die Entscheidung.

Bürgerinitiative will Gültigkeit der Listen überprüfen lassen

Ein Sprecher der Bürgerinitiative gegen den Bau der neuen Plattform sagte, es seien trotzdem genügend gültige Unterschriften eingereicht worden. Die Bürgerinitiative will nun die Gültigkeit der Listen noch einmal überprüfen lassen. Mitte September werden die Stadtvertreter in Sassnitz das Thema erneut beraten.

Umstrittenes Vorhaben

Die geplante, rund sieben Millionen Euro teure Plattform am Wahrzeichen der Insel ist bei den Insulanern umstritten. Die Gegner des Projekts befürchten, dass der Blick auf die Kreidefelsen und den Königsstuhl leidet - und die weiche Kreideküste allein schon durch die umfangreichen Bauarbeiten in Gefahr geraten könnte.

Plattform soll an Seilen hängen

Rund 300.000 Besucher kommen jedes Jahr auf den Königsstuhl, um von dort aus den Blick auf die Ostsee und die Kreidefelsen zu genießen. Nach den Plänen eines Architekturbüros soll die Plattform mit Seilen an einer langen Metallkonstruktion über dem Königsstuhl hängen, ähnlich der bekannten Fußgängerbrücke im Sassnitzer Stadthafen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.09.2018 | 16:30 Uhr

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