Crivitz: Ein Krankenauto fährt vom Gelände des Mediclin-Krankenhauses. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner/dpa

Klinikkauf in Crivitz stockt: Landkreis fehlt Geld vom Land

Stand: 17.11.2020 14:43 Uhr

Der Kaufvertrag für das Krankenhaus Crivitz ist noch immer nicht unterzeichnet. Dem Landkreis Ludwigslust-Parchim fehlt das Geld vom Land, um Mediclin auszuzahlen.

In gut sechs Wochen will der Landkreis Ludwigslust-Parchim das Krankenhaus Crivitz übernehmen. Mindestens eine wichtige Voraussetzung zur Unterzeichnung des Kaufvertrages fehlt jedoch noch: Das Geld vom Land Mecklenburg-Vorpommern, dass der Kreis für Zahlungen an Mediclin braucht. Heute will sich das Kabinett um Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit einer Beschlussvorlage befassen. Demnach soll das Land 6 Millionen Euro für den Krankenhauskauf dazugeben. Stimmt das Kabinett dem heute zu, muss allerdings noch der Landtag einen Nachtragshaushalt beschließen - das wahrscheinlich erst in der nächsten Landtagssitzung Anfang Dezember.

Mediclin hat Klink bereits abgeschrieben

Erst dann, drei Wochen vor der geplanten Übernahme, könnte der Kaufvertrag theoretisch unterzeichnet werden. Unterdessen hat eine Crivitzer Bürgerinitiative weitere Proteste angekündigt. Es wird befürchtet, dass die Geburtenstation im Krankenhaus dauerhaft geschlossen bleibt, obwohl sich die Politik - allen voran Ministerpräsidentin Schwesig - für eine Rettung der Station einsetzen wollte. Der Klinikkonzern Mediclin hat das Crivitzer Krankenhaus in seinem kürzlich veröffentlichen Geschäftsbericht übrigens schon abgeschrieben - als zu veräußerndes Vermögen mit einem Wert von 8,8 Millionen Euro und Schulden in Höhe von 2,7 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.11.2020 | 14:00 Uhr

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