Kliniken in MV: Teilweise Aufnahmestopp für stationäre Patienten

Stand: 29.01.2021 19:42 Uhr

Die Helios-Klinik in Schwerin, mit 1.200 Betten eine der größten in der Region, wird bis kommenden Mittwoch keine Patienten mehr aufnehmen. Dort sind derzeit 60 Mitarbeiter in Quarantäne.

Der Aufnahmestopp gilt für alle stationären Patienten, also diejenigen, die für eine Operation oder eine Behandlung in der Klinik bleiben müssten. Sie werden jetzt angerufen und die Termine verschoben. Das gilt auch für alle Operationen, die nicht lebensnotwendig sind. Allerdings können Notfälle weiter behandelt werden, versicherte ein Helios-Sprecher. Die Ambulanzen in der Helios-Klinik bleiben geöffnet. Wichtige Behandlungen, wie etwa bei Krebspatienten, können weiter durchgeführt werden. Der Kreißsaal bleibt für Geburten offen.

Helios: Zweimal pro Woche Corona-Tests

In der Klinik hat es in den vergangenen Wochen immer wieder Corona-Infektionen bei Mitarbeitern und Patienten gegeben. Zuletzt waren auch die beiden größten Stationen betroffen, die Kardiologie und die Allgemeinchirurgie. Hier wurden die Mitarbeiter in Quarantäne geschickt und die Patienten isoliert. Helios hat angekündigt, dass jetzt alle aufgenommenen Patienten und alle Mitarbeiter mit Patientenkontakt zweimal wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden. Bisher hatte es regelmäßige Tests nur für Mitarbeiter gegeben, die mit Corona-Patienten zu tun hatten.

Klinikum Rostock schließt Abteilung für Innere Medizin

Nach einer Reihe von Corona-Infektionen bei Patienten und Pflegekräften hat die Universitätsmedizin in Rostock ihr Zentrum für Innere Medizin vorübergehend für weitere Aufnahmen geschlossen. Der Ärztliche Klinik-Vorstand, Professor Christian Schmidt, sagte am Freitag, zwölf infizierte Patienten seien vorsorglich auf die Infektionsstation verlegt worden. Dort würden nun insgesamt 38 Corona-Patienten versorgt. Zwei infizierte Pflegekräfte befänden sich in häuslicher Isolation. Patienten, die Kontakt zu nachweislich infizierten Personen hatten, wurden laut Schmidt auf einer separaten Station zusammengefasst und stehen unter Beobachtung.

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Südstadtklinikum Rostock nimmt neue Patienten auf

Alle neuen Patienten kommen vorerst ins Südstadtklinikum, auch die Notaufnahme, die sich sonst beide Kliniken tageweise teilen, läuft ab jetzt vorerst über die Südstadt. In den kommenden Tagen übernimmt das Klinikum nun also die Vollversorgung der Stadt. Auch die umliegenden Krankenhäuser in Tessin, Bad Doberan, Ribnitz-Damgarten und Güstrow richten sich auf zusätzliche Patienten ein. Aus der Leitung des Südstadtklinikums heißt es, man sei gut vorbereitet und werde die Situation gemeinsam meistern.

Extra-Station für neu ankommende Patienten geplant

Im Bereich der Inneren Medizin werden den Angaben zufolge aktuell knapp 230 Patienten behandelt. Klinik-Vorstand Schmidt zufolge wurden zusätzlich mit dem Krankenhaus in Wismar Absprachen über die Aufnahme von neuen Patienten getroffen. Dringende Notfälle würden aber auch weiterhin an der Unimedizin behandelt. Bis Anfang kommender Woche werde am Zentrum für Innere Medizin eine Extra-Station für neu ankommende Patienten eingerichtet, um Kontakte weiter einzuschränken.

Keine Notfall-Aufnahme am Klinikum Karlsburg

Am Abend teilte auch das Klinikum Karlsburg bei Greifswald mit, dass es wegen infizierter Notfall-Patienten seine Intensivstation für weitere Aufnahmen geschlossen hat. Über das gesamte Wochenende würden keine zusätzlichen Notfälle von Herzpatienten aufgenommen, erklärte Direktor Professor Wolfgang Motz. Die Corona-Patienten auf der Intensivstation würden weiter dort betreut. Das medizinische Personal, das bereits in großer Zahl geimpft worden sei, werde umfassend kontrolliert und getestet. "Zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter werden bis auf weiteres alle planbaren und nicht dringend nötigen Eingriffe eingestellt", teilte Motz weiter mit.

Das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg verschärfte seine Regeln für Patienten und Besucher. Im größten Krankenhaus an der Mecklenburgischen Seenplatte dürfen die Gebäude entsprechend den Vorgaben des Bund-Länder-Beschlusses zum Corona-Lockdown nur noch mit medizinischen Masken betreten werden, wie eine Kliniksprecherin am Freitag sagte. Dazu zählten OP-Masken und ein Mund-Nasen-Schutz, der einen FFP2- oder vergleichbaren Standard habe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 29.01.2021 | 16:10 Uhr

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