Stand: 28.05.2020 17:40 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Crivitz: Parteien signalisieren "Ja" zum Klinik-Kauf

Für die Übernahme des Crivitzer Krankenhauses will der Kreis eine Betreibergesellschaft gründen.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim kann für den Kauf des Krankenhauses in Crivitz offenbar mit einer breite Zustimmung im Kreistag rechnen. Die Fraktionen der SPD, der CDU und der Linken haben ihr Einverständnis signalisiert. Die AfD forderte, nicht nur die Klinik in Crivitz, sondern auch weitere Kliniken im Kreis zu übernehmen. In der nächsten Woche soll der Kreistag grundsätzlich über den Kauf entscheiden. Sollte er zustande kommen, will der Landkreis das Krankenhaus nach NDR Informationen gemeinsam mit einem Partner betreiben.

Landrat: Medizinische Versorgung sichern

Die Übernahme der Klinik ist nach Ansicht von Landrat Stefan Sternberg (SPD) eine Option, um die medizinische Versorgung im Landkreis abzusichern. Sie war in Gefahr geraten, nachdem der derzeitige Betreiber Mediclin angekündigt hatte, die Geburtenstation der Klinik aufzugeben - was zu Protesten in der Kleinstadt führte.

Landkreis sucht Partner

Sollte der Landkreis die mit mehreren Millionen Euro verschuldete Klinik übernehmen, müsste das Krankenhaus umstrukturiert werden, heißt es in der Beschlussvorlage für die Kreistagsmitglieder. So wie es jetzt arbeitet, häuft das Haus Schulden an. Nach NDR Informationen sucht der Landkreis bereits nach einem Partner für die Übernahme. Demnach soll es Gespräche mit der Helios-Klinik in Schwerin gegeben haben. Außerdem ist auch ein Zusammenschluss mit dem Westmecklenburg-Klinikum Helene von Bülow mit Häusern in Hagenow und Ludwigslust im Gespräch. Diese könnte jedoch nur beginnen, wenn der Stift Bethlehem zustimmt, dem das Westmecklenburg-Klinikum zur Hälfte gehört. Eine Anfrage des NDR an die Diakonie als Dachverband des Stifts ist bislang unbeantwortet geblieben.

Risiken durch den Kauf

In der Beschlussvorlage für die Kreistagsmitglieder sind mehrere Risiken aufgelistet, die sich aus dem Kauf ergeben würden. So weisen etwa die Bilanzen zwischen 2014 und 2018 jährlich hohe Verluste aus. Unter anderem hat die Geburtshilfe Minus gemacht, für deren Erhalt seit Monaten Menschen im Kreis auf die Straße gehen. Ob diese Station bei einer Übernahme erhalten werden kann, ist unklar. Als weitere Risikofaktoren listet die Vorlage Größe und Organisation der Stationen und Fachbereiche sowie die Transportwege auf.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.05.2020 | 12:00 Uhr

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