Stand: 16.05.2018 14:28 Uhr

Keine Einigung um Schweinemast in Suckwitz

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Mit Plakaten und Tranzparenten protensierten Bewohner und eine Bürgerinitiative gegen die geplante Schweinemast in Suckwitz.

Der geplante Bau einer Schweinemastanlage in Suckwitz (Landkreis Rostock) erhitzt die Gemüter. Rund 25.000 Tiere jährlich sollen dort gemästet werden. Nachdem das Bauvorhaben von Landwirt Thomas Schulz öffentlich gemacht wurde, hagelt es Proteste. In Sternberg trafen sich alle Beteiligten zu einer Anhörung.

Tourismus statt Tierfabrik

Mit Plakaten machten rund 20 Vertreter einer Bürgerinitiative bereits vor Anhörungbeginn ihrem Unmut Luft. Sie befürchten erhebliche Umweltbelastungen durch Abluft und zusätzlichen Verkehr. Nach Angaben der Umweltorganisation BUND sind mehr als 250 Einwände eingegangen. Die Genehmigungsbehörde, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) in Rostock, spricht von 117 Personen.

Anlage soll nahe Naturpark entstehen

Kritiker sorgen sich in der Region vor allem um den so genannten "sanften Tourismus". Die Fläche liegt am Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide mit naheliegenden Schutzgebieten. Bewohner und Bürgerinitiative sehen unter anderem die Trinkwasserqualität in Gefahr und befürchten die Verschmutzung zahlreicher kleiner Seen durch Gülle, die der Landwirt dort ausbringen möchte, heißt es.

Einwände auch vom BUND

Eigenen Angaben zufolge hat auch der BUND eine Vielzahl an Einwänden gegen den "Megastall" abgegeben, so Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Neben den befürchteten Gefahren für Gewässer und die Luftqualität, die eine so hohe Konzentration von Tieren bedeuten würde, hält Cwielag außerdem die Gutachten für fehlerhaft.

Investor: Alle Vorschriften werden eingehalten

Investor Thomas Schulz sieht das grundsätzlich anders. Ohne sich heute selbst zu äußern, hatte er zuvor wiederholt erklärt, alle Vorschriften einzuhalten. Der Chef eines 1991 gegründeten Familienbetriebes will sich zu seinem Ackerbaubetrieb ein zusätzliches Standbein schaffen. Ihm gehe es um wirtschaftliche Absicherung, er wolle außerdem seinen drei Kindern später einen zukunftsorientierten Betrieb übergeben, hieß es.

Entscheidung liegt beim StALU

Die unterschiedlichen Auffassungen von Investor und Antragsgegnern zum geplanten Bau konnten während der Anhörung wiederholt nicht ausgeräumt werden. Die Entscheidung, ob gebaut werden kann oder nicht, obliegt nun dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Rostock. Ein genauer Termin dafür ist bislang nicht bekannt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.05.2018 | 14:00 Uhr

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