Stand: 05.07.2016 13:59 Uhr

Kein polnisches Atomkraftwerk in Westpommern

Überreste des angefangenen polnischen Atomkraftwerks Zarnowiec bei Danzig. © picture-alliance Foto: Roman Jocher
Nach der Tschernobyl-Katastrophe wurde der Bau des AKWs in Zarnowiec eingestellt. Nun könnte in dem Ort an der Ostsee doch noch ein Atomkraftwerk gebaut werden.

Für das geplante polnische Atomkraftwerk kommt Westpommern als Standort offenbar nicht mehr infrage. Das berichten polnische Medien. Das mehrheitlich staatseigene Unternehmen Polnische Energiegruppe (PGE) soll demnach den Standort Gaski offiziell verworfen haben, wie Westpommerns Wojewode Piotr Jania mitteilte. Somit gebe es keinen Grund mehr, gegen das Projekt zu klagen.

Ostseebad Gaski nicht mehr in engerer Auswahl

Eine Bürgerinitiative aus der Gemeinde Mielno, zu der Gaski gehört, hatte Anfang des Jahres Klage gegen den möglichen Bau eines Atomkraftwerks an dem Standort eingereicht. Das gut 100 Kilometer von der deutschen Grenze entfernte Ostseebad Gaski war vor drei Jahren in die engeren Auswahl als Kraftwerksstandort gekommen. Seit einer Überarbeitung der Standortliste kommen für den Bau des Kernkraftwerks nur noch drei Gemeinden rund 60 Kilometer nordwestlich von Danzig infrage.

Karte: Standorte für geplantes Atomkraftwerk in Polen

Drei Standorte rund um Danzig favorisiert

Zwei Standorte - Choczewo und Lubiatowo-Kopalino - befinden sich direkt an der Ostsee, der dritte mögliche Standort Zarnowiec an einem See etwas abseits der Küste. Alle drei Orte liegen in einem Umkreis von rund 30 Kilometern. In Zarnowiec sollte bereits in den 1980er-Jahren das erste polnische Atomkraftwerk entstehen. Nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl verschwanden die Pläne zwar wieder in der Schublade, noch immer stehen dort allerdings Bauruinen. Zarnowiec gilt als Favorit, bereits 2009 lag es in einem Standort-Ranking des polnischen Wirtschaftsministeriums auf Platz 1.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.07.2016 | 13:00 Uhr

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