Stand: 26.07.2020 12:16 Uhr

Katastrophenjahr für Schmetterlinge in MV

Mecklenburg-Vorpommern, Gützkow: Ein Brauner Dickkopffalter sitzt auf einer Distel. © picture alliance/dpa Foto: Birgit Sander
Ein Braun-Dickkopffalter sitzt auf einer Distel. Schmetterlingskundler in MV halten 2020 für ein Katastrophenjahr für die Tiere im Land.

Für Schmetterlingskundler in Mecklenburg-Vorpommern ist 2020 ein Katastrophenjahr. Zwar sinkt die Zahl der Tag- und Nachtfalter seit Jahren, in diesem Jahr macht den Schmetterlingen aber zusätzlich das Wetter zu schaffen. Die Masse an Schmetterlingen fehle, warnen die Experten, es seien kaum Tagfalter zu sehen. Bis auf Tagpfauenauge und Kohlweißling, Admiral und den Kleinen Fuchs, wenige Distelfalter und Bläulinge - das sind Arten, die kaum Ansprüche an ihren Lebensraum stellen.

Milder Winter: Schlechte Bedingungen für Falter

Für Schmetterlinge im Nordosten war der milde Winter Experten zufolge gar nicht gut - er sorgt dafür, dass Schmetterlinge zu früh aktiv werden. Hinzu kommen später Frost und ein trockener Frühling - das überleben viele Falter nicht. Gäbe es viele Schmetterlinge, wäre so ein Jahr mit ungünstigen Witterungsbedingungen gar nicht groß ins Gewicht gefallen, heißt es weiter. Aber die Zahl der Schmetterlinge nimmt seit Jahren ab und auch die Arten sterben aus.

Artenvielfalt geht immer weiter zurück

Wie der NABU berichtet, ist die Artenvielfalt von Schmetterlingen in Deutschland Kontrollen zufolge innerhalb von zehn Jahren um zehn Prozent zurückgegangen, und zwar in Schutzgebieten und außerhalb. In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Wissenschaftlern 110 Arten von Tagfaltern nachgewiesen, 19 sind demnach bereits ausgestorben. Vor allem solche, die auf Magerwiesen, Moore, Wälder und Feuchtgebiete spezialisiert sind. Experten machen dafür die Zerstörung von Lebensräumen durch zu viel Dünger in der Landwirtschaft verantwortlich. Das Problem: Falter bestäuben Blüten und sind wichtiges Futter für Vögel und Fledermäuse. Wenn sie fehlen, fehlt auch ein Glied in der Nahrungskette.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.07.2020 | 13:00 Uhr

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