Stand: 11.09.2019 10:12 Uhr

Kampf gegen Plagiate: bis zu 10.000 Euro Strafe

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Bei einer öffentlichen Expertenanhörung wurde der Gesetzentwurf der Landesregierung zur Änderung des Hochschulrechts erörtert. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommern will härter gegen Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten vorgehen. Die Hochschulen sollen künftig Bußgelder in Höhe von bis zu 10.000 Euro verhängen können, wenn sie eine Verletzung der wissenschaftlichen Redlichkeit aufdecken. Das geht aus einem Gesetzentwurf der Landesregierung zur Änderung des Hochschulrechts hervor. Danach können die Hochschulen bei Prüfungen, Promotionen und Habilitationen eine schriftliche Erklärung verlangen, in der die Eigenständigkeit der Prüfungsleistung oder der wissenschaftlichen Arbeit bestätigt wird.

Universitäten entscheiden selbst über Strafe

Wer eine falsche Erklärung abgibt, handelt demnach ordnungswidrig. Für eine solche Ordnungswidrigkeit droht eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro. Dabei können die Hochschulen die Details in ihren Ordnungen regeln. So sieht es der Entwurf der Landesregierung vor. Bei der Verfolgung von mutmaßlichem Wissenschaftsbetrug sollen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis zugrunde gelegt werden.

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Software scannt Texte und vergleicht sie

Um möglichen Betrügern auf die Spur zu kommen, nutzen Hochschulen spezielle Software. Zur Vorbeugung werden auch Ombudsleute eingesetzt, die Hinweise auf wissenschaftliches Fehlverhalten entgegennehmen. Bisher ahnden Hochschulen Betrug oder Betrugsversuche mit dem Wiederholen der Prüfung, der Bewertung einer Prüfungsleistung mit "nicht bestanden" bis hin zur Exmatrikulation. Die Universität Rostock entzog im letzten Jahrzehnt mehreren Doktoren infolge von Plagiaten den Doktorgrad.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.09.2019 | 08:30 Uhr

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