Stand: 23.11.2017 15:14 Uhr

Jägerbrück zum Truppenübungsplatz hochgestuft

Der Truppenübungsplatz Jägerbrück bei Torgelow ist am Donnerstag mit einem feierlichen Appell wieder in Dienst gestellt worden. Grund sei die veränderte Sicherheitslage, wie es hieß. Es sei bundesweit der einzige Fall, bei dem ein zuletzt zurückgestufter Trainingsplatz wieder aufgewertet werde. Im Zuge der Bundeswehrreform war das Militärgelände 2013 zum Standortübungsplatz zurückgestuft worden.

Scharfe Munition darf wieder eingesetzt werden

"Die sicherheitspolitische Lage hat sich schneller geändert als zunächst angenommen", sagte Generalleutnant Peter Bohrer aus der Leitung der Streitkräftebasis mit Blick auf aktuelle Konflikte wie in der Ukraine. Ab jetzt dürfe auf einer Fläche von zehn mal zwölf Kilometern zwischen Torgelow, Eggesin und Rieth wieder mir scharfer Munition geschossen werden, sagte Brigadegeneral Gerd Kropf, Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Bislang durften noch heimische Truppen mit Übungsmunition auf dem Areal trainieren.

Schießstand mit Bundeswehrsoldaten

Truppenübungsplatz Jägerbrück wieder im Dienst

Nordmagazin -

Im Zuge der Bundeswehrreform war der Truppenübungsplatz Jägerbrück bei Torgelow zum Standortübungsplatz zurückgestuft worden. Mit einem Appell wurde er wieder in Dienst gestellt.

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Auch befreundete NATO-Staaten dürfen wieder üben

Das sei gut für die Bundeswehr, denn die Truppe müsse in Zukunft deutlich mehr üben, da sich die Anforderungen an die Landes-und Bündnisverteidigung innerhalb der NATO verändert hätten, so Kropf. Zudem sollen auch befreundete Staaten wie etwa Polen auf dem Gelände üben.

90 zivile Mitarbeiter werden eingestellt

Nach der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland fühlen sich die Nato-Partner Polen und die baltischen Staaten stärker bedroht und fordern mehr Schutz durch die NATO. Mit der Indienststellung des Truppenübungsplatzes werden 90 zivile Mitarbeiter für Feuerwehr und Unterhaltung des Platzes neu eingestellt.

Caffier: "Starkes Zeichen der Zusammenarbeit"

Die Region ist einer der größten Standorte des Heeres in Deutschland. In Ostdeutschland gibt es einen ähnlichen Truppenübungsplatz in der Oberlausitz in Sachsen und drei in Sachsen-Anhalt. Jägerbrück biete "allerbeste Voraussetzungen für die verschiedenen Einheiten der Bundeswehr und ihrer internationalen Partner", so Bohrer. Deutschland sei zudem ein Transitland für die Verlegung alliierter Großverbände. Anfang 2017 hatten sich schon niederländische Verbände in Jägerbrück auf eine Großübung in Polen vorbereitet. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) wertete die Hochstufung Jägerbrücks als "starkes Zeichen der Zusammenarbeit".

Schon in der DDR Übungsplatz

Jägerbrück war schon in der DDR einer der größten Militärübungsplätze. Das gesamte Militärgelände ist rund 10.000 Hektar groß. Dort gibt es allein drei Kasernen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.11.2017 | 16:30 Uhr

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