Stand: 15.11.2017 07:35 Uhr

JVA Neubrandenburg wird Ende 2018 geschlossen

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Soll Ende 2018 geschlossen werden: die JVA Neubrandenburg. (Archivbild)

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Neubrandenburg wird Ende 2018 geschlossen. Hintergrund ist, dass es in Mecklenburg-Vorpommern immer weniger Gefangene gibt, derzeit sind es knapp mehr als 900. In allen fünf Gefängnissen im Land zusammen gebe es 1.500 Haftplätze, sagte Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) am Dienstag in Neubrandenburg. Um diese Überkapazitäten abzubauen, werde die JVA Neubrandenburg geschlossen. Die Zahl der Gefangenen im Nordosten ist von 1.600 im Jahr 2003 auf aktuell rund 1.100 gesunken. "Damit stehen rund 400 Haftplätze leer", sagte Hoffmeister.

Bedienstete können in anderen Gefängnissen arbeiten

Die 91 Bediensteten können in anderen Gefängnissen des Landes weiterarbeiten. Niemand soll entlassen werden. "Wir brauchen im Justizvollzug jede Kraft", sagte Hoffmeister. Mit der Neuorganisation sollen auch Einrichtungen zur Resozialisierung wie etwa die Ausbildung in Neustrelitz oder die Sozialtherapie in Rostock/Waldeck besser ausgelastet werden. Das Konzept sieht außerdem vor, dass Straftäter mit langen und lebenslänglichen Haftstrafen wieder von Rostock/Waldeck nach Bützow verlegt werden. Dort sei der Umbau weitgehend abgeschlossen.

Als Stasi-Gefängnis gebaut

Die JVA Neubrandenburg war 1987 als Haftanstalt für die Bezirksverwaltung der Staatssicherheit des Bezirkes Neubrandenburg gebaut worden. 1992 wurde es ein Gefängnis des geschlossen Vollzuges.128 Gefangene sind derzeit untergebracht. Die Hafträume seien klein und eng und entsprächen nicht mehr den Standards einer modernen Haftanstalt, so die Ministerin.

Stadt an Gelände interessiert

Die Stadt möchte das JVA-Gelände nun vom Land übernehmen. Nach Angaben eines Sprechers soll dort ein Wohngebiet errichtet werden. Geklärt werden soll unter anderem, ob das Land die Kosten für den Abriss der in die Jahre gekommenen Gebäude übernimmt. Nebenan befinden sich zudem noch Wachtürme und eine Mauer der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt. Die Überreste der Neubrandenburger Stasi-Zentrale stehen unter Denkmalschutz und sind Gedenkort. Wie dieser in das vorgesehene Wohngebiet integriert werden kann - auch darüber will sich die Stadt nun Gedanken machen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.11.2017 | 06:00 Uhr

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