Stand: 18.08.2020 17:48 Uhr

Infektion mit Vibrionen in Vorpommern-Rügen nachgewiesen

Vibrionen unter einem Mikroskop © Picture Alliance Foto: Aribert Jung
Vibrionen dringen beim Baden über Hautverletzungen in den Körper ein und können schwere Wundinfektionen auslösen.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es die erste bestätigte Infektion mit Vibrionen in diesem Jahr. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock wird eine 87-jährige Frau auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Ribnitz-Damgarten (Landkreis Vorpommern-Rügen) wegen einer durch Vibrionen verursachten Blutvergiftung behandelt. Sie hat sich den Angaben zufolge beim Schwimmen angesteckt. Die Bakterien können in seltenen Fällen zu schweren oder sogar lebensbedrohlichen Wundinfektionen führen. Sie dringen meist beim Baden über Hautverletzungen in den Körper ein. Zwei weitere Verdachtsfälle gibt es im Uni-Klinikum Greifswald.

Menschen mit Vorerkrankungen sollten Meerwasser meiden

Von knapp 20 an verschiedenen Messpunkten der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns gezogenen Proben sind laut Lagus vier positiv auf Vibrionen getestet worden. Die Bakterien sind an der gesamten Ostseeküste bis in den baltischen Raum verbreitet. Sie vermehren sich verstärkt, genauso wie Blaualgen, ab Wassertemperaturen von etwa 20 Grad. Gefährdet seien vor allem Ältere sowie Menschen mit chronischen Grundleiden oder einer Immunschwäche. Wer zur Risikogruppe gehört, sollte den Kontakt mit Meer- oder Boddenwasser meiden. Ein generelles Badeverbot werde im Kreis Vorpommern-Rügen aber nicht ausgesprochen, sagte der Leiter der Gesundheitsamtes Jörg Heusler. Demnach ist es schwierig, zu bestimmen, wo sich erhöhte Konzentrationen von Vibrionen im Wasser befinden. Sie werden unter anderem von Strömungen beeinflusst.

Vibrionen kann man mit Antibiotika behandeln

Laut Heusler sind Vibrionen gut mit Antibiotika zu behandeln, dies müsse aber schnell geschehen. Häufig würde eine Vibrionen-Infektion nicht als solche erkannt. Typische Symptome sind Rötungen, Schwellungen und Blasenbildung auf der Haut verbunden mit Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, Durchfall bis hin zum Schock. Die Bakterien sind ein natürlicher Bestandteil des Meer- und Brackwassers und leben vermutlich schon länger dort als es Menschen gibt. Die Qualität des Badewassers in Mecklenburg-Vorpommern hat das Landeswirtschaftsministerium hier veröffentlicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.08.2020 | 16:00 Uhr

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